Erklärung: DEUTSCH / FRANCAIS / ENGLISH

Adstringier-end / astringent / astringent, puckery

Geschmackseindruck, der durch hohen Tanningehalt eines Weins entsteht. Die Schleimhäute ziehen sich zusammen, der Geschmack wird bitter und streng. Lagerung nimmt tanninreichen Weinen die Strenge.

Alluvium /alluvion /alluvion

Bedeutet „Schwemmland“ (alluvial heisst „durch Wasser angeschwemmt bzw. abgelagert“) und bezeichnet den jüngsten Zeitabschnitt der Erdgeschichte (etwa 15.000 v. Chr.). Dieser zumeist feinkörnige, sehr fruchtbare Bodentyp ist aus Schlamm, Schlick, Sand sowie aus durch Flüsse angespültem Kies und Geröll in Flussbetten und Mündungs-Bereichen zusammengesetzt. Bei überwiegend steiniger und sandiger Beschaffenheit – wie zum Beispiel im Médoc – sind diese Böden für den Weinbau sehr gut geeignet. Das Geheimnis dieser dortigen Lagen sind durch Hochwasser gebildete Tonlinsen im Inneren der alluvialen Schotterterrassen. Solche Böden werden von den Rebstockwurzeln förmlich gesucht.

Alkohol, der /alcool / alcohol

Bei der Gärung spaltet die Hefe den im Most enthaltenen Zucker in Äthylalkohol (C2H5OH) und Kohlendioxid (CO2). Der Alkoholgehalt wird entweder in Volumenprozent (Vol.-%), in Grad (°) oder in Gramm pro Liter (g/l) angegeben. 8 g/l entsprechen 1 Vol.-% oder 1°. Zu niedriger Alkoholgehalt (unter 8 Vol.-%) kann Weine flach und ausdrucklos erscheinen lassen. Zu hohen Alkoholgehalt empfindet man als aufdringlich. Den geringsten Alkoholgehalt haben Weine aus nördlichen Anbaugebieten (Deutschland, Österreich, Schweiz). Deutscher Tafelwein muß dem Gesetz nach über 8,5 Vol.-%, Qualitätswein über 9 Vol.-% Alkohol aufweisen.

Alkoholgehalt, der /teneur en alcool / alcohol content, amount

Der Gehalt an Alkohol im Wein bezieht sich auf den Anteil des Äthylalkohols. Der mögliche Alkohol-Gehalt eines Weines kann bereits in den Weintrauben durch das Mostgewicht errechnet werden. Bei einer Wein-Analyse wird unterschieden in vorhandenem, potentiellem und Gesamt-Alkohol-Gehalt (Summe aus zwei ersteren). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde vom Franzosen Gay-Lussac ein System entwickelt, das den Alkohol-Gehalt in Grad (°) darstellt. Dabei wird die Menge reinen Alkohols in Litern in jeweils 100 Litern Wein angegeben, gemessen wird bei 15 °C. Nach EU-Norm muss auf den Flaschen-Etiketten die Angabe des vorhandenen Alkohols in Volumenprozent (% vol) erfolgen. In Italien ist es teilweise üblich, zusätzlich zum vorhandenem auch den potentiellen Alkohol-Gehalt anzuführen. Ein Alkohol-Gehalt von 8 g/l entspricht 1° oder 1% vol. Die genaue Umrechnungsformel ist % vol x 7,894 = Gramm per Liter Wein. Bei 12% vol ergibt dies zum Beispiel 94,7 g/l oder 71,0 Gramm reinen Alkohol in einer Flasche Wein mit 0,75 Litern.

A.O.C.

Französische Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung. Die Regelung der AOC Bezeichnung ist die strengste von den 4 Klassen. Sie entspricht ungefähr unserer Bezeichnung Qualitätswein b. A. Die Bezeichnung AOC erhalten nur Weine, die in einer für diese Bezeichnung abgegrenzten geographischen Lage angebaut werden. Innerhalb dieser Grenzen ist die Weinproduktion streng geregelt, um sicher zu gehen, dass die Weine eine beständig hohe Qualität verbunden mit der traditionellen Weise der Region haben.

Arkose

Der geologische Begriff beschreibt einen rosa bis rötlichen, grobkörnigen Sandstein mit hohem Anteil an Feldspat und stammt zumeist von benachbartem Granit.

Aroma, das; Blume des Weins, die /arôme /aroma

Bezeichnet vor allem die fertig in der Traube gebildeten angenehm riechenden Stoffe.

Auslese, die /Auslese /Auslese

Lese aller vollreifen und/oder von Edelfäule befallenen Trauben unter Aussonderung aller unreifen Trauben und der daraus bereitete Wein. Anders als in Deutschland dürfen in Österreich dazu nur spätgelesene Trauben verwandt werden. Die Anforderungen an die Mindestmostgewichte liegen in Deutschland je nach Anbaugebiet und Rebsorte zwischen 83° und 105° Oechsle (in Österreich einheitlich 21° KMW ^= 105° Oechsle). Bei den sehr seltenen Schweizer Ausleseweinen darf es sich um keinen Verschnitt handeln.- Ausleseweine sind in der Regel von Natur aus mehr oder weniger trocken und verfügen dann über einen eher hohen Alkoholgehalt von etwa um 13% vol. Sie können einen trockenen Weißweinen wie Rotweinen abträglichen Botrytis-Ton aufweisen, und die besten von ihnen stellen bemerkenswerte Weine dar.

Bacchus /bacchus

Diese Neuzüchtung, benannt nach dem Weingott Bacchus, entstammt einer Kreuzung (Silvaner × Riesling) und Müller-Thurgau und wird in Baden nur in Tauberfranken und am Bodensee eine stärkere Verbreitung finden, um dort die relativ kleine Sortenpalette zu bereichern. Im allgemeinen bringt der Bacchus höhere Mostgewichte als der Müller-Thurgau. Die Weine sind fruchtig und haben ein deutliches Muskatbukett, das oft an das der Scheurebe erinnert.

Barriquefass, das /barrique / barrel, cask

Das Barriquefass ist aus Eichenholz und kommt traditionell aus dem Bordeaux. 1866 wurde seine Größe auf genau 225 Liter festgeschrieben.

Basalt /basalte / basalt

Basisches Erguss-Gestein (aus Magma) aus Feldspat, Hornblende, Olivin, Pyroxen und Magnetit, das viel Kalk und Soda enthält und reich an Mineralstoffen ist. Es verwittert zu gutem Boden und ergibt Weine mit ansprechender Säure.

Beerenauslese, die /Beerenauslese / Beerenauslese

Volle, fruchtige Weine aus überreifen Trauben mit Edelfäule (Botrytis Cinerea), nicht in jedem Jahr geerntet, daher eine lange lagerfähige Rarität.

Bereich, der / Bereich / Bereich

Bezeichnung für die (nach Einzellage und Großlage) größte deutsche Weinbauflächen-Einheit.

Biowein, der / vin biologique / organic wine

Volkstümlicher Ausdruck für Weine, die mit minimalem Einsatz an chemischen Spritz- und Düngemitteln erzeugt worden sind. Zwar lassen sich im Labor keine signifikanten Unterschiede im Schadstoffgehalt von ordnungsgemäß konventionell erzeugtem Wein und Biowein feststellen, zweifellos wird aber mit den Methoden des ökologischen Weinbaus die Umweltbelastung verringert. Nach mittlerweile jahrzehntelangen Erfahrungen sind heute vielfach gute, charaktervolle Bioweine im Angebot. Sicherheit im Einkauf konsequent ökologisch erzeugter Weine bieten die Verbandssiegel der Öko-Anbauverbände, wie ECO VIN (Zeichen des Bundesverbandes Ökologischer Weinbau BÖW), Bioland, Naturland.

Bottich, der / cuve en bois / wooden tank

Allgemeine, nicht spezifische Bezeichnung für einen größeren Behälter für die Gärung, Lagerung und Alterung des Weines. Früher zumeist aus Holz, heute auch aus verschiedensten, anderen Materialien (Beton, Edelstahl, Keramik, Metall). Siehe auch unter Eichenholz, Fass-Typen und Wein-Gefäße.

Braunerde, die / terre brune / brown earth, brown forest soil

Diese Böden entwickeln sich vor allem aus kalkarmen, aber silikatreichen Gesteinen, zum Besipiel Granit, Grauwacke, Tonschiefer, tonreichen Sanden und Sandstein. Die Bildung erfolgte zumeist bei stärkeren Niederschlägen unter Laub- und Mischwäldern. Die Braunfärbung entsteht durch Eisenoxyde, die bei der Verwitterung eisenhaltiger Silikate gebildet werden. Kalkgehalt, Steingehalt und Wasserhaushalt können stark differieren. Je nach Beschaffenheit kann dies ein ausgezeichneter Boden für den Weinbau sein. Die so genannten Parabraunerden unterscheiden sich von der Braunerde dadurch, dass Tonteilchen aus den oberen in tiefere Schichten verlagert wurden. Sie entstanden zumeist aus Braunerden und Parazendinen und sind die verbreitetsten Böden Europas. Lehm- und Löss-Parabraunerden zählen zu den fruchtbarsten Böden.

brut / brut / brut, very dry

Bezeichnung für den zumeist trockensten Champagner oder Schaumwein (Sekt), trockener als extra trocken. Da Brut wörtlich roh bedeutet, dürfte ein Brut Champagner eigentlich keinerlei Dosage (Zuckerzusatz) enthalten. Tatsächlich dürfen Brut Champagner oder Schaumweine jedoch bis zu 15 g/l Zucker enthalten, und in der Regel sind sie mit einer leichten Dosage versehen. Seltener sind hingegen Bezeichnungen wie Extra brut, Brut absolu, Brut intégral, Brut (Dosage) zéro u.a., die für Schaumweine ohne Zuckerzusatz gelten. Auch wenn Brut, Extra Brut usw. für sich noch keine Garantie für Qualität sind, weisen heute praktisch alle hochwertigen Champagner und Schaumweine nur eine entsprechend geringe bis keine Dosage auf. Bei deutschen Schaumweinen entspricht die Bezeichnung herb dem französischen Brut.

Bukett, das / bouquet / bouquet

Die den Geruch und teilweise auch den Geschmack bestimmenden Stoffe und Eigenschaften eines Weines oder Sektes, die aus der Traube stammen (Traubenbukett) oder als Sekundärbukette sich während der Gärung (Gärbukette) und bei der Lagerung (Lagerbukett, Altersbukett) bilden. Sie sind vorwiegend mit dem Geruch wahrnehmbar und meist leicht fluechtig. Der charakteristische Duft eines ausgereiften Weines.

Burgunder, der / noirien

Im deutschsprachigen Raum ist dies die Sammel-Bezeichnung für die zahlreichen Mitglieder der großen Pinot-Familie, in Frankreich ist der Name „Noirien“ (von noir=schwarz) gebräuchlich.

Chaptalisation, die / chaptalisation / chaptalization

Das auch als Trockenzuckerung bezeichnete Verfahren ist nach dem französischen Chemiker Jean-Antoine Claude Chaptal (1756-1832) benannt, der es in Frankreich erstmals einführte. Früher verstand man darunter ausschließlich die Zugabe von trockenem Zucker (Trauben- oder Rübenzucker) zum Most, um dadurch einen höheren Alkohol-Gehalt des Weines zu erreichen. Heute werden auch verschiedene Traubenmost-Produkte zugegeben, die gemäß EU-Verordnung geregelte Sammel-Bezeichnung ist dafür Anreichern (Alkohol-Erhöhung).

Châteauneuf du Pape / Châteauneuf du Pape / Châteauneuf du Pape

Hauptsächlich aus den Trauben Grenache blanc, Bourboulenc, Roussanne und in kleinem Anteil Clairette und Picpoul hergestellt.

Côtes du Ventoux / Côtes du Ventoux / Côtes du Ventoux

Aus den Trauben Grenache Noir, Syrah und Cinsault hergestellt.

Cuvée, die / cuvée

Weinmenge aus der gleichen cuve (Faß ). Darüber hinaus bezeichnet der Ausdruck einen Most oder Wein oder eine Mischung verschiedener Moste oder Weine von in der Regel einer bestimmten Geschmacksrichtung oder Typik, die zur Erzeugung eines Schaumweins oder Champagners verwandt wird. Bei Bordeauxweinen spricht man in der Regel statt von cuvée von assemblage, jedoch gibt es zumal im Gebiet von Sauternes Güter, die eine Tête de cuvée als die beste Partie des Jahrgangs erzeugen. Der Ausdruck première cuvée als einer der besten Weine einer bestimmten Gemeinde wird hingegen heute in Frankreich kaum noch verwandt, zumal er relativ unverbindlich und damit nichtssagend ist.

Depot, das; Bodensatz, der; Niederschlag, der / dépôt / sediment, deposit

Feste Bestandteile, die sich während der Lagerung in der Weinflasche absetzen; bei liegender Aufbewahrung als länglicher Streifen an der Flaschenseite erkennbar. Ein Bodensatz kann entstehen, wenn sich Hefen infolge einer Nachgärung absetzen oder Trübungen z.B. in kranken Weinen, in denen sich Bakterien vermehrt haben, langsam zu Boden sinken. Eine Depotbildung muß aber nicht immer ein Grund zur Beanstandung sein. So ist z.B. eine Ausfällung von Weinstein völlig harmlos. Bei älteren, meist französischen Rotweinen beobachtet man bisweilen einen rötlichbraunen Niederschlag aus ausgeflockten Gerb- und Farbstoffen, der durch vorsichtiges Dekantieren (Abgießen) vom klaren Wein getrennt werden kann.

Destillation, die /distillation / distillation, distilling

Unter Destillation versteht man das Verfahren für die Erhitzung, Verdampfung und anschließende Kondensation (lat. destillare = abtropfen) einer Flüssigkeit, um Flüssigkeiten mit verschiedenen Siedepunkten (zum Beispiel Wasser und Alkohol) zu trennen.

Dornfelder / Dornfelder / Dornfelder

Weinsberger rote Neuzüchtung aus den Neuzüchtungen Helfensteiner x Heroldrebe. Als derzeit erfolgreichste rote Neuzüchtung sind inzwischen 1696 ha mit ihr bestockt, und zwar in der Pfalz, in Rheinhessen und in Württemberg. Ihre zunehmende Verbreitung beruht auf der vergleichsweise hohen Farbkraft (und Tanningehalt) der aus ihr erzeugten Weine, die viele übersehen läßt, daß ein in Barriques ausgebauter Dornfelder sehr eindimensional und einsilbig ist und die Komplexität und Eleganz eines gelungenen Spätburgunders auch nicht im entferntesten zu erreichen vermag.

echt, ehrlich / franc / frank, honest

Ein nicht sehr bedeutender, jedoch sauberer Wein, der nichts vorgibt, was er nicht einlöst.

Edelfäule, die / pourriture noble / noble rot

Die durch den Grauschimmelpilz Botrytis cinerea hervorgerufene Edelfäule kann bei günstigen Witterungs- und Reifebedingungen zu besonders edlen Weinen führen. Bei feuchtwarmer Herbstwitterung befällt der Schimmelpilz die vollreifen Trauben und perforiert die Beerenschale; dadurch verdunstet verstärkt Wasser, und die Beeren schrumpfen rosinenartig ein. Der konzentrierte Most, der aus diesen Beeren gewonnen wird, ist reich an Zucker und Geschmacksstoffen. Außerdem werden von Botryts cinerea Stoffwechselprodukte abgegeben, die dem Wein ein charakteristisches, von Kennern sehr geschätztes Edelfäulebukett und -aroma (auch Botrytis-Ton genannt) verleihen.

Edelrebe, die / cépage noble / quality grape-variety

Französische Bezeichnung für die besten und edelsten Rebsorten der Welt. Die Verwendung dieser Sorten ergibt natürlich nicht automatisch und in jedem Fall einen Spitzenwein, aber sie sind sehr häufig in solchen anzutreffen – entweder reinsortig oder als Verschnittpartner. Es gibt keine messbaren Kriterien, die eine Zuordnung zu diesem „Kreis der Auserwählten“ eindeutig ermöglichen. Auch von den Fachleuten werden verschiedene Sorten in dieser Liste angeführt und man kann selbstverständlich darüber diskutieren. Genannt werden immer wieder die roten Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Nebbiolo, Pinotage (nur in Südafrika vertreten), Pinot Noir und Syrah (Shiraz), sowie die weißen Sorten Chardonnay, Chenin Blanc, Riesling, Sauvignon Blanc und (wenn auch nur auf Österreich begrenzt) Veltliner.

Einzellage, die / Einzellage / Einzellage

Oft nur Lage genannt, eine bestimmte Rebfläche, die in Deutschland als solche in die Weinbergsrolle eingetragen sein muß und mindestens 5 ha umfassen sollte. Die ca. 2600 Lagen in Deutschland haben eine statistische Durchschnittsgröße von 40 ha (die größte 460 ha), können z.T. aber auch, mittels Sondergenehmigung, weniger als 1 ha aufweisen. Mit dem deutschen Weingesetz von 1971 sind Zehntausende gerade dieser kleinen und Kleinstlagennamen verschwunden. In Österreich üblicherweise als Ried bezeichnet; in Burgund heißt sie Climat.

Eiswein, der

Eiswein ist eine edelsüße Rarität. Die Trauben, mindestens Beerenauslese-Qualität, die zu Eiswein verarbeitet werden sollen, müssen bei -7°C gelesen und abgepresst werden. Je höher der Vereisungsgrad, desto höher ist die Zuckerkonzentration, die Säure und andere Inhaltsstoffe und damit das Mostgewicht des Weins. Zufalls-Eisweine gab es schon im 19.Jahrhundert. Heutzutage wird Eiswein, in nennenswerten Qualitäten nur in Deutschland, Österreich und Kanada hergestellt. In den USA versucht man sich mit künstlich eingefrorenen Trauben. Hierzulande ist dies verboten. Eiswein Trauben sind nicht von dem Botrytis – Cinerea – Pilz befallen. Daher haben die Weine die höheren Säurewerte als Trockenbeerenauslesen.

Ernte, die / récolte / harvest, crop, vintage

Bezeichnet auf Weinetiketten den Jahrgang.

extra-trocken / extra-sec / extra-dry

Süssigkeitsgrad bei einem Schaumwein: 12 bis 20 g/l Zucker erlaubt.

fade / plat, fade / flat, dull, insipid, tasteless

Ausdrucksloser, kleiner Wein ohne besondere Höhen und Tiefen.

Fass, das / fût / barrel, cask

Meist runder oder ovaler Holzbehälter, in dem Wein vergoren, ausgebaut und gelagert wird. Am besten eignet sich Eiche, doch werden auch Kastanie (in Europa) und Rotholz (Sequoia sempervirens, in Amerika) für Weinfässer verwendet, obwohl sie in der Regel den Wein weniger günstig beeinflussen als die Eiche. Während vielerorts Standfässer (cuve) für die Vergärung eingesetzt werden, werden traditionellerweise regional unterschiedlich große Fässer für den Weinausbau benutzt, wobei die Frage, ob alte oder grundsätzlich neue Fässer bzw. das als optimal angesehene Verhältnis von Holz (Holzgeschmack) zu Wein, d.h. der Faßgröße von dem erstrebten Weincharakter abhängt.

Feldspat

Gruppe komplexer Silikat-Verbindungen weißer und rötlicher Mineralien. Diese enthalten unter anderem Eisen, Kalium, Kalzium und Natrium. Durch Verwitterung entstehen Tonmineralien und geben Elementbestandteile als Nährstoffe an den Rebstock ab. Feldspat ist auch ein Hauptbestandteil von Granit.

Feuerstein, der / silex / flint

Das grau- bis schwarzfarbige Gestein (auch Flint) der feinkristallinen Quarzart Chalzedon mit splittrig-muscheligem Bruch hat eine weiße, poröse Oberflächen-Struktur. Es entstammt kieselsäurehältigen Meeres-Lebewesen (Diatomeen, Radiolarien = Meeresplankton – siehe áuch unter Kieselgur). Dieser Boden ergibt typische Weine mit einem Geschmack nach Feuerstein wie zum Beispiel beim französischen Pouilly-Fumé.

flach / fatigué / tired

Ausdrucksloser, kleiner Wein ohne besondere Höhen und Tiefen; gleichbedeutend mit fade.

Flaschenreifung, die / vieillissement en bouteille / bottle-ageing

Bezeichnung für das Ende des Ausbaus, mit dem der fertige Wein auf die Flasche gefüllt wird. Man sagt, der Wein habe Flaschenreife erreicht und sei nun „füllfertig“. Mit Flaschenreife kann aber auch jene Reife gemeint sein, die der Wein durch Altern auf der Flasche erreicht hat. Die Länge und Höhe dieser Reifeentwicklung hängen von der Rebsorte, Herkunft, Boden, dem Jahrgang, der Vinifikation und dem Weinausbau, dem Können des Erzeugers, aber auch von den Lagerbedingungen ab.

Flysch / flysch, flisch / flysch, flisch

Sehr allgemeine Bezeichnung (sprachl. Ursprung Schweiz) für einen komplexen Boden-Typus. Es sind dies fossilarme, einförmige Sandsteine sowie Mergel- und Tonschiefer, die am Rande eines sich bildenden Gebirges aus dessen Abtragungs-Schutt entstanden sind. Im engeren Sinne meint man damit die Gesteine aus der Zeit des Beginns der Alpen-Entstehung, die sich in den nördlichen Alpen vom österreichischen Wienerwald bis in die Westschweiz finden. Da es sich um ein rutschfreudiges“ Gestein handelt, ist die Landschaft oft von sanften, runden Hügeln geprägt.

frisch / frais / cool, fresh

Junger Wein, der lebendig und spritzig wirkt. Der frische Geschmackseindruck wird durch einen guten Säuregehalt erreicht, vor allem aber durch die Erhaltung der natürlichen Kohlensäure.

fruchtig / fruité / fruity

Fremdartiger, an den Geruch von nassem Fell erinnernder Geschmack bei Weinen von einigen Amerikanerreben und deren Kreuzungen; Steigerung: Wanzengeschmack.

Gärung, die / fermentation / fermentation

Aus dem Traubenmost wird Wein, indem der Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird (alkoholische Gärung). Hervorgerufen wird der Prozess durch Hefen, die sich sowieso einfach immer an der Traubenschale befinden. Durch den entstehenden Überdruck kann die entstehende Kohlensäure durch das Wasserbett entweichen, aber es gelangt keine Luft von außen an den Wein.

gekochter Wein / vin cuit / heated wine, cooked wine

Französische Bezeichnung für einen Wein, dessen Most vor der Gärung erhitzt wurde (cuit = gekocht), um durch Konzentration (Reduzierung) des Volumens Alkoholgehalt und Körper zu verstärken

Geschmack, der / goût, saveur / taste, flavo(u)r

siehe unter Aroma, Bukett.

gesüsst / édulcoré / sweetened

Kuenstlich mit Süssstoff versetzt.

Gleye

Ein mineralischer Grundwasser-Bodentyp, in dem zumeist sauerstoffarmes Wasser gespeichert wird, das nur langsam abfließt. Dadurch ist das Wurzelwachstum stark gehemmt und der Boden nicht für den Weinbau geeignet. Infolge von Eisenoxiden ist der Boden rostfleckig gefärbt. Pseudogleye entstehen, wenn das Niederschlags-Wasser nicht versickern kann und die Wurzeln verfaulen (Staunässeböden).

Gneis / gneiss / gneiss

Mittel- bis grobkörnige Metamorphite (Gesteine, die durch Umwandlung aus anderen Gesteinen entstanden sind) bzw. kristalline Schiefer in den Farben grau, grüngrau, rotgrau und rotbraun. Der Name leitet sich vom altdeutschen Wort „Geneus“ ab (Bezeichnung der Bergleute für das taube feste Gestein zwischen den Erzgängen). Hauptanteile sind Feldspat (Orthoklas, meist über 20%), Quarz und Glimmer (Biotit, Muskovit, Fuchsit). Weiters können Cordierit, Disthen, Epidot, Granat, Hornblende, Sillimanit, Staurolith u.a.m. enthalten sein. Es wird unterschieden in Ortho-Gneis aus umgewandeltem Erstarrungs-Gestein (Magma) und Para-Gneis aus umgewandeltem Sediment-Gestein.

Granit / granite / granit

Das am häufigsten vorkommende Erstarrungs-Gestein (Pluton). Das saure Gestein ist durch Erkalten bzw. langsames Kristallisieren von silizium-dioxidreichem Magma in sehr großen Tiefen entstanden. Hauptbestandteile sind Quarz, Feldspat und Glimmer und oft auch Hornblende. Dieser Boden ergibt mineralische und eher weniger säurebetonte Weine. Der nördliche Teil des französischen Beaujolais oder Ortenau im deutschen Anbaugebiet Baden besteht zum Beispiel aus solchen Böden.

grau / gris / grey, rosé wine

Bezeichnung für Roséweine in einzelnen Anbaugebieten.

Grosslage, die / Grosslage / Grosslage

Nach dem deutschen Weingesetz von 1971 stellt eine Großlage die Zusammenfassung mehrerer Einzellagen dar, deren Namen auf dem Etikett angegeben werden darf, was letztlich nur Verwirrung stiftet, da für den Laien angesichts jeder fehlenden Klarstellung nicht erkennbar ist, was Groß – und was Einzellage ist. Ein Saint-Julien oder ein Côte de Beaune-Villages ist erkennbarerweise ein Wein, der nicht von einer bestimmten Lage stammt und mithin inder Regel von geringerer Qualität sein wird als der Wein eines bestimmten cru.

halbtrocken / demi-sec / semi-dry

Bis 12 g Restzucker außer wenn Zucker die Säure nicht mehr als 10 übersteigt. Formel : Säure + 10 g Restzucker bis zur Höchstgrenze 18g Restzucker. z.B. bei 6g Säure sind maximal 16 g Restzucker/ Liter erlaubt.

Hanglage, die / en pente / slope

Bezeichnung für Weinberge mit einem bestimmten Gefälle bzw. Neigungsfläche, die auf Grund von mehreren Ursachen zumeist qualitativ bessere Weine erbringen. Im allgemeinen gelten Weingärten mit 5 bis 20% Gefälle als Hanglage und darüber als Steillage oder Steilhang.

harmonisch / harmonieux / harmonious

Bezeichnung für Weine, deren Geschmackskomponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Auch kleine Weine können und sollen harmonisch sein.

hart / dur / hard, harsh

Unangenehmer Geschmackston mit leicht zusammenziehender Wirkung auf die Schleimhäute, verursacht durch hohen Gerbstoffgehalt, teilweise auch zu hohe Säure. In der Jugend hart wirkende hochwertige Weine können mit längerer Lagerung gewinnen, indem sie sich mit den Jahren abrunden und gefälliger werden.

Hefe, die / levure / yeast

Einzellige Mikroorganismen, die zur Gruppe der Pilze gehören und im Most die alkoholische Gärung bewirken. Indem sich die Weinhefen im Most vermehren, wird durch ihren Stoffwechsel der darin enthaltende Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt (alkoholische Gärung), daneben entstehen Bukettstoffe und andere Nebenprodukte.

herb / âpre / harsh, astringent

Gerbstoffhaltige, säurereiche Weine. In der Gastronomie verbreiteter Ausdruck für säurebetonte Weine mit wenig Restsüße. Nur bei Schaumweinen ist der Ausdruck herb genau definiert und gilt als die deutsche Übersetzung von brut. Ein als herb bezeichneter Schaumwein oder Sekt ist daher in der Regel trockener als extra trocken und verfügt über einen Restzuckergehalt von maximal 15 g/l (im Gegensatz zu den 12-20 g/l des extra trocken).

herb / âpre / harsh, astringent

Beim Wein hingegen bezeichnet herb durchweg einen mehr oder weniger trockenen Wein, ohne sich konkret auf den Restzuckergehalt zu beziehen. Vielmehr verwendet man den Begriff bei Rotweinen, um einen deutlichen Gehalt an Tanninen damit zum Ausdruck zu bringen, ohne daß diese derart aggressiv hervortreten, daß man sie als adstringierend bezeichnen würde, während man beim Weißwein mit herb einen Wein mit einer relativ hohen Säure bezeichnet, die jedoch nicht grün und unreif wirkt. Ein herber Wein ist also keineswegs ein geringer Wein, und er wird in der Regel auch nicht als unangenehm empfunden. Jedoch ist es ein Wein, der in diesem Stadium sicherlich noch zu jung ist und den man deshalb noch weiter altern lassen sollte.

Humus / humus / humus

Dunkelgefärbte, nährstofftreiche und gut wasserspeichernde Böden, die aus der Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Stoffen entstanden sind. Als oberste Schicht in einem Weingarten ist eine Humusschicht von Vorteil und wird durch entsprechende Düngung gefördert (siehe auch unter Begrünung). Bei Tiefgründigkeit bzw. fehlenden mineralischen Stoffen wird der Massenwuchs bzw. hoher Ertrag gefördert, was sich eher negativ auf die Wein-Qualität auswirkt.

Jahrgang, der / millésime / vintage (year)

Im Sinne des Weinrechts die Bezeichnung für die Weinernte und den daraus erzeugten Wein eines bestimmten Jahres. Während man bei Markenweinen, wie Champagner, Sherry, Marsala, Portwein u.a. grundsätzlich oder zumindest für die normalen Abfüllungen im Interesse einer über die Jahre gleichbleibenden Qualität mehrere Jahrgänge miteinander verschneidet und in diesen Fällen keinen Jahrgang angibt, ist es in dem übrigen qualitätsorientierten Weinbau – bei nur wenigen Ausnahmen – üblich, den Wein jahrgangsweise auszubauen und abzufüllen, da die Qualität eines Weins in erheblichem Maß von den klimatischen Bedingungen seines Geburtsjahrs bestimmt wird.

Kabinett

Kategorie der Prädikatsweine: feine, leichte Weine mit wenig Alkohol. Nach dem deutschen Weingesetz die niedrigste Stufe der Qualitätsweine mit Prädikat. Elegante, ausgereifte Weine der gehobenen Güteklasse, die bestimmten gesetzlichen Anforderungen bezüglich Mindestmostgewicht, Lese, Rebsorten, Geschmack usw. entsprechen und eine amtliche Prüfnummer tragen müssen.

Kalkerde, die; Kalkstein, der / calcaire / limestone

Sammelbezeichnung für verschiedene Verbindungen des Kalziums. Der gegenüber Kreide sehr harte Kalkstein (Kalziumkarbonat oder kohlensaurer Kalk) ist als hellgraues oder gelbliches, selten weißes Mineral weit verbreitet und wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Kalk benannt. Kalkstein entsteht im Meer durch Ablagerung von Kalkschalen und Skeletten kleiner Meerestiere wie Korallen, Muscheln oder Schnecken (z. B. in der Jura-Appellation L´Etoile), als Seeablagerung (Süßwasserkalk) und als Quellausscheidung von Flüssen (als Travertin bezeichnet). Eine weiche Form des Kalksteins ist die Kreide (siehe dort), ein umkistallisierter Kalkstein ist Marmor. In kalkreichen Böden ist ein Mangel an Eisen recht häufig. Im Weingartenboden kommt Kalkstein (besonders in Hanglagen) häufig vor. Vor allem in kühlen Gegenden ist er im Weinbau als Bodentyp geschätzt. Kalkstein enthält die beiden basischen Stoffe Kalzium und Magnesium und erbringt Weine mit guter Säure. Bekannte Gebiete mit Kalksteinböden sind das spanische J

Keltern, das / pressurage / pressing

Der Begriff leitet sich vom lateinischen „calcare“ (= mit den Füßen treten) ab, denn es war über Jahrhunderte üblich, die Weintrauben mit den Füßen zu treten (siehe auch unter Lagar und Pigeage). Aus diesem Grund ist dies ein uraltes Synonym für das Pressen (siehe dort) und auch für das mechanische Gerät, die Presse (lat. Calcatorium = Kelter). Im deutschen Sprachgebrauch wird dies aber auch als Bezeichnung für die gesamte Weingewinnung verwendet (ein Wein wird gekeltert, das heißt hergestellt).

Kerner

Kreuzung zwischen Trollinger und Riesling. Die „kernigen“, charaktervollen Weine zeigen oft einen rieslingähnlichen Duft. Frisch und rassig.

Kiesel / silice / silica

Allgemeine Bezeichnung (auch Kies) für von Flüssen abgerundetes Gestein bzw. Geröll, das oft aus Siliziumdioxid (Quarz) besteht, aber auch aus vielen anderen Gesteinen entstanden sein kann. Die Wurzeln müssen in solch einem Boden tief eindringen, um an Wasser und Nährstoffe zu kommen. Solche Böden in Verbindung mit Schwemmland (siehe unter Alluvium) sind zum Beispiel im Médoc vorherrschend. Bei hohem Anteil an diesem Mineral ergibt dieser saure Bodentyp säurearme Weine.

Kimmeridge

Graufarbene, mit Kalk vermischte Tonerde. Der Name leitet sich vom gleichnamigen südenglischen Ort ab, wo diese Erde entdeckt wurde. Der Chablis aus dem französischen Burgund wächst auf einem solchen tonvermischten Boden.

klar / limpide, clair / limpid, clear

Positive Bezeichnung (auch brillant, blitzblank, spiegelblank, transparent) und wichtigstes Attribut für die Farbe eines Weines im Rahmen einer Wein-Ansprache. Um dies festzustellen, hält man das Weinglas gegen eine Lichtquelle vor hellem Hintergrund. Ein klarer Wein hat immer Brillanz, er strahlt auch bei dunkler Farbe.

Korkschmecker, der / bouchonné / corked, corky

Ein sich durch meist muffigen, chemischen Geruch und unangenehmen, bitteren Geschmack auszeichnender Weinfehler (auch Korkgeschmack oder in Österreich mit „der Wein stoppelt“ bezeichnet). Er wird durch Trichloranisol (TCA) verursacht, das in Reaktion von Phenolen mit chlorhaltigen Stoffen und Schimmelpilz entsteht. Die Ursache ist meist mangelnde Sorgfalt bei der Produktion von Korken.

körperreich / étoffé / ample, full

Der Körper ist die innere Substanz des Weines. Als körperreich bezeichnet man die Weine, die reichlich Extrakt, Alkohol und eine angenehm betonte Säure aufweisen. Ähnliches drücken auch die allgemein geläufigen Begriffe kräftig und vollmundig aus. Gegenteil: leicht, körperarm.

kräftig / corsé, vigoureux / full-bodied, robust, strong

Charaktervolle, kernige, herzhafte Weine mit viel Extrakt, Gerbstoff und Säure.

Kreide, die / craie / chalk

Weißer, feinkörniger und weicher Kalkstein (siehe dort), der häufig auch Feuerstein enthält. Durch die große Porosität ist ein guter Wasserabzug gegeben, deshalb ist im Weingarten Kreide als Unterboden geschätzt. Die Wurzeln des Rebstocks können solchen Boden leicht durchdringen und damit zu den darunter liegenden Wasserspeichern gelangen. In reiner Form kommt ein Kreideboden eher selten vor. Der berühmteste Bereich ist die Champagne, wo auf dem mit Craie à bélemnites bezeichneten Boden die Trauben für den Champagner wachsen.

kühl, frisch / frais / cool, fresh

Junger Wein, der lebendig und spritzig wirkt. Der frische Geschmackseindruck wird durch einen guten Säuregehalt erreicht, vor allem aber durch die Erhaltung der natürlichen Kohlensäure.

Landwein, der / vin de pays

Nach EU-Recht ein qualitativ gehobener Tafelwein mit gebietstypischem Charakter und landschaftsbezogenem Namen.

Lehm, der / lehm / loam

Sandhaltiger, kalkfreier Ton in verschiedenster Ausprägung, der durch Eisenverbindungen gelbbraun gefärbt ist. Er entsteht durch Verwitterung von Granit und Gneis, Entkalkung von Löss und durch Gletscher-Ablagerungen. Diese Verwitterungsprodukte wurden von Wasser, Wind und Eis oft weit transportiert. Je nach endgültiger Lagerstätte gibt es eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung und die einzelnen Arten werden als Berglehm, Geschiebelehm, Schwemmlehm, Lößlehm, Schlicklehm und Auelehm bezeichnet. Solche Böden ergeben vollmundige, kräftige Weine. Siehe auch weiter unten bei Ton.

leicht / léger / light

Ein Begriff mit zweierlei Bedeutung, der einen Wein mit einem schwachen Körper bezeichnen kann, der durch das unterdurchschnittliche Niveau eines Jahrgangs, durch überzogen hohe Hektarerträge oder durch Versäumnisse oder Fehler bei Vinifikation oder Ausbau verursacht ist. Er kann aber auch einen Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt meinen. Leichter Wein kann Ausdruck für ein Kompliment sein, denn der Wein verfügt gemeinhin über Finesse, Frucht und Charme.

lieblich / moelleux / sweet

Diese Weine sind meist edelsüß. Höchstens 45g Restzucker / Liter.

Löss / loess / loess

Im trocken-kalten Klima der Eiszeit durch Gletscher-Einwirkung (hoher Druck) pulverisiertes Gestein mit Quarz-, Kalk-, Glimmer- und Lehm-Partikeln mit einer Korngröße unter 0,05 Millimeter. Die Ablagerungen an bestimmten Stellen enstanden durch Windanwehungen (Flugstaub). Schon durch einen geringen Eisengehalt ist es oft gelblich gefärbt. Bei eintretendem Wasser wird der Kalk weggeführt und es entsteht Lehm. Dieser nährstoffreiche Bodentyp ergibt vollmundige, lagerfähige, aber eher säurearme Weine. Dieser Bodentyp ist zum Beispiel in Deutschland und Österreich recht häufig.

Mergel / marne / marl

Graues oder gelbliches Sediment-Gestein, das aus Kalk, Ton und Sand besteht und fruchtbare, schwere Böden mit hohem pH-Wert ergibt. Diese Böden erbringen Weine mit guter Säure. Der Bodentyp kommt zum Beispiel im französischen Jura und an der Rhône sowie im deutschen Anbaugebiet Rheinhessen vor.

Most, der / moût / must (unfermented grape juice)

Frisch gepreßter Traubensaft, bei dem die Gärung noch nicht eingesetzt hat. In Süddeutschland und der Schweiz Bezeichnung für Obstwein. Ein Mostgeschmack im Wein gilt als unerwünschter Fremdton.

Müller-Thurgau

1882 in der Weinbauschule in Geisenheim gezüchtet, eine Kreuzung aus RIESLING und SILVANER (oder CHASSELAS). Neue Erkenntnisse zur Vaterschaft belegen allerdings die Rolle des Silvaners. In Luxemburg, z. T. auch im angrenzenden deutschen Saar-Mosel-Raum als Rivaner bezeichnet.

nervig / nerveux / nervy, vigorous

Ausdrucksvoller Wein, der kräftig und säurebetont, zwischen rassig und kernig liegt.

neuer Wein / vin nouveau / new wine, „nouveau“

Französisch für den neuen Wein, der soeben erst oder kürzlich seine Gärung beendet hat und fertig ist. Primeur, Heuriger.

Oechslegrade / degrés oechsle

German method of measuring the specific gravity (therefore, the sugar content) of must or grape juice prior to fermentation

Maßeinheit für das spezifische Gewicht von Trauben- und Obstsaft (Most), das mit Hilfe einer Oechslewaage bestimmt wird. Wegen seines Gehaltes an Zucker und anderen Inhaltsstoffen liegt das spezifische Gewicht eines Mostes immer über dem Wert 1,000 des Wassers. Die Zahl nach dem Komma gibt das spezifische Gewicht eines Traubenmostes in Oechslegraden an. Das spezifische Gewicht von 1080 beispielsweise entspricht also 80°Oe (= Oechslegrade).

Perlwein / vin pétillant / petillant, slightly sparkling, fizzy

Zwischenstufe zwischen stillem Wein und Schaumwein. Früher wurde so ein Wein aus einfachen Weiß- oder Rotweinen hergestellt, nun wird er ähnlich einem Schaumwein, jedoch mit geringeren Vorgaben (z. B. weniger Kohlensäuredruck) produziert. Es wird zwischen Perlwein und Perlwein mit zugesetzter Kohlenäure (nach der Gärung) unterschieden. Beide müssen einen Kohlensäuredruck von zumindest 1 bis maximal 2,8 bar (bei Schaumwein ist dies 4,5 bis 6 bar) aufweisen, aus Tafelwein oder Qualitätswein (QbA) hergestellt worden sein, sowie in Behältnissen mit einem Volumen von maximal 60 Litern abgefüllt werden. Sie müssen einen vorhandenen Alkohol-Gehalt von zumindest 7% vol und (nur bei zweiterem) einen Gesamt-Alkohol-Gehalt von zumindet 9% vol haben.

Pfropfen, das / greffage / grafting

Vornahme einer Veredlung. Die Pfropfrebe ist eine Pflanzrebe, die aus der Verbindung von zwei Holzteilen verschiedener Rebarten entstanden ist. Dabei pfropft man ein etwa 3 cm langes Edelreis mit Hilfe besonderer Schnittformen auf ein etwa 20 cm langes, einjähriges Holzstück der Unterlagsrebe und läßt die beiden Teile miteinander verwachsen. Aus dem Auge (Knospe) des Edelreises entwickelt sich der oberirdische Teil, aus der Unterlage die Wurzeln des Rebstocks. Anlaß zur Herstellung von Pfropfreben waren die vernichtenden Schäden durch die Reblaus im europäischen Weinbau. Nachdem man erkannt hatte, daß amerikanische Rebarten an der Wurzel gegen die Reblaus unempfindlich sind, Europäerreben wiederum an den oberirdischen Teilen nicht geschädigt werden, pfropft man europäische Edelreiser auf amerikanische Unterlagsreben. Der Pfropfrebenanbau brachte durch die Verwendung von selektioniertem Pflanzgut auch eine Ertragssteigerung mit sich. Der Charakter des Weines wird durch das Pfropfen nicht beeinflußt.

Porphyr / porphyre / porphyry

Hellfarbiges, rötliches Erguss-Gestein (aus Magma) mit einem hohen Anteil von Kieselsäure, geringem pH-Wert und der charakteristischen porphyrischen Struktur (dabei liegen größere, allseitig scharf begrenzte Kristalle in einer sonst dichten oder glasigen Grundmasse). Dieser Boden ergibt säurearme Weine. Solche Böden sind zum Beispiel in Südtirol rund um Bozen und im deutschen Anbaugebiet Nahe anzutreffen.

QbA

Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete sind gehaltvolle, gebietstypische Weine für den täglichen Genuß.

QmP

Qualitätswein mit Prädikat. Höchste Qualitätsstufe bei deutschen Weinen. Die gesetzlichen Anforderungen sind entsprechend höher als bei den Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete. Prädikatsweine müssen aus einem einzigen Bereich innerhalb eines der 13 bestimmten Anbaugebiete stammen. Die Anreicherung des Mostes mit Zucker ist nicht erlaubt. Die gesetzlichen Mindestmostgewichte sind je nach Weinbaugebiet, Weinart (Rot- oder Weißwein) und Rebsorte (früh- oder spätreif) verschieden. Sechs Prädikate sind zugelassen: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese.

Qualitätswein, der; Edelwein, der / vin de qualité / quality wine

Internationale Bezeichnung für Weine einer höheren Güteklasse, die bestimmten gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen.

Quarz / quartz / quartz

Das Mineral ist in vielen Gesteinsarten enthalten (zum Beispiel Gneis, Granit, Kiesel). Größere Mengen dieses sauren Gesteins ergeben säurearme Weine.

Rebe, die; Rebstock, der. / vigne / vine (plant)

Pflanzen mit Blättern, die dem Rebenlaub ähneln, gab es bereits vor 130 Mio. Jahren. Die Wildform unserer Kulturrebe, die vitis vinivera var. silvestris, überlebte die Eiszeit und war in Europa rund ums Mittelmeer verbreitet. Sie pflanzt sich generativ fort, d.h. über Samen. Die daraus entstehenden Pflanzen unterscheiden sich von der Mutterpflanze. Die Kulturrebe (vinis vinefera var. sativa) wird vegetativ vermehrt, d.h. durch Stecklinge, die mit der Mutterpflanze identisch sind. In den letzten zwei Jahrhunderten fanden zahlreiche neue Rebsorten Verbreitung, doch damit kamen auch die Probleme: die Pilzkrankheiten Oidium und Peronospora (Echter und Falscher Mehltau) und nicht zuletzt ca. 1860 die Reblaus, die einen Großteil der Reben in Europa zerstörte. Diese konnte dadurch besiegt werden, indem reblausresistente Reben aus Amerika aufgepfropft wurden (Veredelung).

Reblaus, die / phylloxéra / phylloxera

Die Reblaus (Phylloxera) ist ein Rebschädling, der im vorigen Jahrhundert im europäischen Weinbau zu dramatischen Verwüstungen geführt hat; man spricht daher regelrecht von der „Reblauskatastrophe“. Mitte des 19.Jahrhunderts wurde die Reblaus aus Nordamerika nach Frankreich eingeschleppt und breitete sich von dort aus rasant über sämtliche europäische Weinbaugebiete aus („Reblausinvasion“). 1874 wurde sie erstmals in Deutschland festgestellt. Erst mit der Pflanzung von Pfropfreben konnte die Gefahr gebannt werden. Heute gibt es weltweit im Ertragsweinbau nur noch wenige wurzelechte, d.h. ungepfropfte Reben. Der Lebenszyklus der Reblaus ist kompliziert, es treten sowohl rein unterirdisch lebende Wurzelrebläuse als auch oberirdische Blattrebläuse auf. Der Schaden, den die Reblaus anrichtet, beruht darauf, dass sie die Wurzeln anbohrt und der Rebe so ihre Nährstoffe entzieht. Die Blattreblaus schwächt das Wachstum, den Frucht- und Holzertrag und verzögert die Holzreife.

Riesling, der / Riesling / Riesling

Hauptverbreitung findet der RIESLING in Deutschland Österreich und Frankreich (ELSASS). Eine der bemerkenswertesten weißen Rebsorten, deren Herkunft im Rheintal oder aber im Gebiet der Wachau (Österreich) vermutet wird. Als Beweis für diese Auffassung gilt, Eine der ältesten Lagen Weißenkirchens. Sieträgt den Namen Ritzling spätestens seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Heute ist der Riesling, abgesehen von der Deutschland und Österreich, im Elsaß, in der Schweiz, in Norditalien, in Tschechien, im ehem. Jugoslawien, aber auch in Chile, Südafrika, Kalifornien, Australien u. a. Ländern verbreitet. Überall liefert diese Rebsorte gute Weine, doch aus relativ kühlen Anbauzonen mit ihrer langsamen und langen Reifezeit und von schieferhaltigen oder Urgesteinsböden kommen ihre besten und vollauf bemerkenswerten Weine. In Deutschland findet man den Riesling in allen ausgezeichneten Lagen von Rheingau, Mosel-Saar-Ruwer und Rheinhessen. Ferner findet man sie in den besten Lagen des Mittelrhein, der Nahe, der Mittelhaardt in der Rheinpfalz sowie in den Spitzenlagen Frankens, Württembergs und Badens. Riesling ist auch unter den Synonymen Weißriesling, Rheinriesling, Riesling renano, Johannisberg Riesling bekannt. Oft wird aber auch sein guter Name missbraucht. So werden im Burgenland z. T. Weine als Riesling deklariert, die tatsächlich aus dem Welschriesling gewonnen werden. Bei als Ries

Roséwein, der / vin rosé / rosé wine

Hellroter Wein von dunklen Trauben, bereitet durch rasches Abpressen, so dass nur wenig Farbstoff aus der Beerenhaut in den Wein gelangt.

Rotwein, der / vin rouge / red wine

Wein aus einer roten (genauer blauen oder schwarzen) Rebsorte, der vor allem in wärmeren, südlichen Weinanbaugebieten in großen Mengen erzeugt wird. Rotwein hat einen größeren Anteil an Tannin und weniger Anteil an Säuren als Weißwein.

Säuregrad, der / acidité / acidity

Wichtiger Bestandteil des Weins, konserviert und verleiht dem Wein Ausdruck. Die wichtigsten Säurearten im Wein sind die Äpfelsäure und die Weinsäure. Der Gesamtsäuregehalt wird in Promille angegeben.

Die deutschen Weine zeichnen sich, ähnlich wie das Obst aus nördlichen Breitengraden, durch ihre fruchtige, lebendige Säure aus. Steht die Säure in einem als angenehm empfundenen, harmonischen Verhältnis zur Restsüße und zum Extraktgehalt eines Weines, dann spricht man von fruchtiger, reifer oder saftiger Säure. Ist die Säure unangenehm vorherrschend, so nennt man sie hart, spitz, grasig oder grün. Für deutsche Weine gilt die Faustregel: Die Säure in Promille soll ein Zehntel des Mostgewichtes betragen, z.B. sind 80° Oechsle 8 Promille Säure optimal.

Sand, der / sable / sand

Entsteht durch Gesteins-Verwitterung, die meisten Arten haben einen hohen Anteil von Quarz und Feldspat. Auf solchen Böden kann es zu einem Mangel am Spurenelement Zink kommen. Der wasserdurchlässige und trockene Boden ergibt elegante, duftige, aber säurearme Weine. Ein Vorteil ist, dass die Reblaus sich hier nicht halten kann. Deshalb blieben während der Reblaus-Katastrophe solche Weingärten als einzige verschont. Siehe auch unter Sandwein.

Schaumwein, der / vin mousseux, effervescent / „mousseux“ wine, sparkling wine

Das Wort Schaumwein wurde durch einfache Übersetzung des französischen Wortes vin mousseux vor 220 Jahren durch J.G. Herder geschaffen. Schaumwein ist im Gegensatz zu Stillwein das durch erste oder zweite Gärung aus Traubenmost, Tafelwein oder Qualitätswein gewonnenes Erzeugnis, das in geschlossenen Behältnissen bei 20·C durch Kohlensäure einen Überdruck von 3 Atmosphären aufweist.

1 hl Most enspricht etwa 8 kg gärungseigenem Kohlensäuregas.

Schaumwein wird in drei verschiedenen Verfahren produziert:

1. Vergärung des Mostes in geschlossenen Behältern ohne Zuckerung bei nur einer Gärung zu Schaumwein.

2. Vergärung des fertigen Weines durch Zusatz von Zucker und Hefe zu Schaumwein. Diese 2. Gärung erfolgt in der Flasche oder in Großbehältern.

3. Zusatz von Kohlensäure (Impägnierverfahren)

Das Deutsche Weingesetz definiert

a) Deutschen Schaumwein als einen Wein mit mindestens 3 Atmosphären Überdruck.

b) Deutscher Qualitätsschaumwein muß mindestens 9 Monate gelagert haben und nach behördlicher Qualitätsprüfung eine amtliche Prüfnummer tragen.

c) Deutschen Qualtätsschaumwein b. A. aus 100% Wein aus einem der 13 deutschen Weinbaugebiete hergestellt

Hinweis auf Flaschengärung dürfen erst nach 6-monatiger Lagerung des Weins auf dem Hefebett so bezeichnet werden.

Scheurebe, die / Scheurebe / Scheurebe

Kreuzung zwischen Silvaner und Riesling, betontes Bouquet mit feinem Cassis-Duft.

Schiefer / ardoise / slate

Sammelbezeichnung für sehr hartes Sediment-Gestein, das durch hohen Druck aus Ton und Schlamm in der Tiefsee entstanden ist und aus dünnen, ungefähr ebenen Platten geformt bzw. gebrochen ist. Es besitzt ein ausgezeichnetes Wärmespeicherungs-Vermögen und ist dadurch auch in kälteren Bereichen für den Weinbau optimal. Es erfolgt eine Verwitterung zu verschiedenen Tonmineralien. Dieser mineralreiche Bodentyp kommt in vielen deutschen Anbaugebieten vor und ist ideal für den Riesling geeignet. Der Boden ergibt leichte, elegante und rassige Weine.

Schwarzriesling / pinot meunier / pinot meunier

Rote Variante der Pinot-Familie, doch ergiebiger und weniger ausgezeichnet als der Pinot noir. Als Meunier in Frankreich in der Champagne verbreitet und häufig an der Loire anzutreffen. Der Name stammt von der weißlichen Färbung der Blattunterseite, so als sei sie mit Mehl (meunier bedeutet Müller) bestäubt. In Deutschland offiziell als Müllerrebe bezeichnet, doch in Württemberg, wo ihr eigentliches Verbreitungsgebiet (84% der insgesamt 2095 ha) ist, nur unter dem Namen Schwarzriesling bekannt.

Sekt, der / Sekt / German term referring to a ’sparkling wine‘.

Im deutschsprachigen Raum übliche Bezeichnung für Schaumwein.

Silvaner

Eine der Hauptrebsorten Deutschlands, ergibt duftende, fruchtige Weine in Franken und im Elsass.

Spätburgunder / pinot noir / pinot noir

Nach neuesten genetischen Untersuchungen (siehe auch unter Gentechnik) stammt die rote Rebsorte von einer natürlichen Kreuzung zwischen Traminer und Schwarzriesling (Müllerrebe, Pionot Meunier) ab. Daraus sind dann durch Mutationen die genetisch identen Sorten Ruländer (Grauburgunder, Pinot Gris) und Pinot Blanc (Weißburgunder) sowie auch Blauer Arbst, Frühburgunder und Pinot Liébault entstanden. Eine der ältesten Rebsorten der Welt, aus Burgund stammend, mittlerweile weltweit ausgebaut.

Spätlese, die / Spätlese / Spätlese

Kategorie der Prädikatsweine: reife und elegante Weine mit kräftiger Frucht, Ernte mindestens 7 Tage nach Beginn der allgemeinen Weinlese. Vollmundige, körperreiche Weine, oft mit schmeckbarer Süße, die den Geschmackseindruck der Reife vermitteln und eine längere Lagerung vertragen. Ihr optimales Geschmacksbild zeigen sie, abhängig von Sorte, Herkunft und Jahrgang, ungefähr ab dem fünften Jahr. Sie eignen sich zum genußvollen, langsamen Trinken am Abend oder als Essensbegleiter zu stark gewürzten oder süßen Speisen. Man sollte sie nicht zu kalt servieren, damit sich die Aroma- und Geschmacksfülle optimal entfaltet.

stiller Wein, der / vin tranquille / still wine

Wein, der im Gegensatz zu Perl- oder Schaumwein keine oder fast keine Kohlensäure freisetzt.

stumpf / terne / dull

süss / doux / sweet, smooth, soft

Offiziell erlaubte Geschmacksbezeichnung zur Süße des Weins. Ab 45g Restzucker / Liter.

süsslich / doucereux / sickly sweet

Leicht suesser,aber fader Geschmack fehlerhafter oder kranker Weine und Sekte

Tafelwein, der; Tischwein, der / vin de table / housewine, common consumption wine

Während man früher unter Tafelwein Tischweine verstand, die man vorrangig zum Essen bei Tische, also zum „Tafeln“, verwendete, bezeichnet dieser Begriff heute nach EU-Bestimmungen die unterste Güteklasse der Weine, unterhalb der Qualitätsweine; Landwein gilt als gehobener Tafelwein. Tafelweine sind meist einfache, anspruchslose Schoppenweine mit geringem Alkoholgehalt (vorgeschriebener Mindestalkohol 6 Vol.-% in Weinbauzone B, 5 Vol.-% in A), meist angereichert; sie dürfen keine Lagennamen tragen und brauchen sich keiner amtlichen Prüfung zu unterziehen. Die Tafelweine spielen in Deutschland eine untergeordnete Rolle (unter 10% der gesamten Weinerzeugung).

terroir / terroir / „terroir“, local soil

Französisch: Erde, Boden. Komplexes Zusammenspiel von Boden, Klima und Witterungsverlauf, das Einfluß auf die Qualität des Weins hat. In Europa stark beachtete Kriterien für den Weinbau, die in Übersee erst nach der Kunst des Kellermeisters in Betracht gezogen werden.

Traubenabbeermaschine / égrappoir / de-stemmer, de-stalker

Gerät zum Ablösen der Beeren von Stielen vor Durchlaufen der Traubenmuehle.

trocken / sec / dry

Laut dem deutschen Weingesetz: Wein mit einem unvergorenen Restzuckergehalt von maximal 9g/l. In Frankreich liegt die Grenze bei 4g/l. Bei vollständig durchgelaufener Gärung max. Restzuckergehalt 4 g pro Liter. Formel : Säure + 2 = max. 9 g Restzucker / Literz.B. 6g Säure = maximal 8g Restzucker/ Liter

Trockenbeerenauslese, die / Trockenbeerenauslese / Trockenbeerenauslese

Kategorie der Prädikatsweine: honigsüße Weine aus rosinenartigen, edelfaulen Trauben, extremes Alterungspotential. Einer der edelsten Weine der Welt, der ausschließlich aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren gewonnen wird und Rekordmostgewichte bis 250° Oechsle erreichen kann. Von Proben aus den Schatzkammern großer Weingüter weiß man, daß diese Spitzengewächse 100 und mehr Jahre alt werden können, ohne etwas von ihrer edlen Würze einzubüßen. In den eingeschrumpften Beeren werden Zucker, Säure, und Bukettstoffe konzentriert, so daß die Weine eine köstliche Süße und außerordentliche Geschmacks- und Geruchsfülle aufweisen. Auf Weinversteigerungen erzielen Trockenbeerenauslesen bereits nach 2-3 Jahren Lagerung 1.000 EUR und mehr pro Flasche. Genaue Bezeichnung in Deutschland: Qualitätswein mit Prädikat Trockenbeerenauslese; die höchste Stufe der Prädikatsweine. Mindestmostgewicht 150° Oechsle für alle Rebsorten und Anbaugebiete außer Baden (hier 154° Oechsle).

Trollinger

Führende Rotweinsorte Württembergs, deren 2495 ha sich bis auf 7 ha in der Pfalz, in Rheinhessen und Baden praktisch ausschließlich dort befinden. Sie stammt aus Südtirol, wo sie als Großvernatsch bzw. Schiava grossa bekannt ist, und liefert frische, leichte, mitunter delikate Rotweine von ansprechender Qualität, sofern nicht – wie leider häufig der Fall – der Ertrag pro Hektar zu hoch gelegen hat. Als Mutation ist aus ihr der Muskattrollinger bekannt. Ferner sind einige Neuzüchtungen aus ihr hervorgegangen, darunter als verbreitetste der Kerner.

trübe / trouble / turbid, cloudy

Eine Trübung oder wolkige, flockige Beschaffenheit deutet auf einen Wein-Fehler hin, was besonders bei Rotweinen vorkommen kann. Ein trüber Wein schmeckt zumeist rau und unausgewogen.

unausgeglichen, eckig / anguleux / sharp

Ein unharmonischer Wein , dessen Geschmacksstoffe wie Säure, Alkohol, Tanin einzeln zu stark hervortreten. Die Bukett- und Aromastoffe dagegen treten in den Hintergrund. Meistens ist dies ein Fehler, der durch die Behandlung und den Umgang mit dem Produkt entstehen.

unreif / vert / unripe

Bezeichnung für den Geruch oder Geschmack im Rahmen einer Wein-Ansprache. Das Attribut wird verwendet für einen jungen, unreifen Wein (der sich noch entwickeln kann), aber auch für einen säurereichen Wein aus unreifen Trauben.

VDQS / VDQS / wine ranked under the A.O.C.

Französischer Wein höherer Qualität aus begrenztem Anbaugebiet, entspricht etwa dem deutschen QBA.

Verschnitt, der / cuvée de tirage

Im deutschen Sprachgebrauch früher übliche (aber keinesfalls negative) Bezeichnung für den Vorgang bzw. das Ergebnis des Verschneidens von mehreren Weinen aus verschiedenen Rebsorten, Jahrgängen oder Lagen. In den letzten Jahren hat sich in Österreich und Deutschland dafür aber der Begriff Cuvée durchgesetzt.

vin de pays / vin de pays / local wine, highest rank in the French hierarchy for „vins de table“

Französischer Landwein, eher einfach. Sie dürfen ihre geographische Herkunft nennen und nur aus empfohlenen Rebsorten gekeltert werden. Allerdings sind mehr Rebsorten und eine höhere Erntemenge erlaubt als bei den AOC Weinen.

vin de table / vin de table / vin de table

Stellen die niedrigste Klasse dar. Tafelweine müssen keine Herkunftsbezeichnung tragen und dürfen mit anderen Weinen aus der Europäischen Union verschnitten werden.

vin vert / vin vert / greenish coloured wine

Weisswein, dessen Farbe sehr blass ist und ins Grünliche spielt.

Viskosität, die / viscosité / viscosity, stickyness

Grad der Zähflüssigkeit bei einem Wein.

vornehm / distingué / elegant, refined

Bezeichnung für einen sehr eleganten, distinguierten und hochwertigen Wein.

Wein, der / vin / wine

Wein ist ein Erzeugnis, das ausschließlich durch teilweise oder vollständige alkoholische Vergärung von frischen, oder gemaischten Weintrauben, oder Traubenmost hergestellt wird.

Weinberg, der; Rebberg, der / vignoble / vineyard

Französisch für Weinberg oder die Gesamtheit mehrerer Weinberge (nicht für die Einzellage), die oft die gleiche Appellation haben, z.B. Les Vignobles de Bordeaux für die Gesamtheit der Bordeaux-Weine, aber auch Le Vignoble de la France.

Weinbergschnecke, die / escargot des vignes / grapevine snail

Land und wasserbewohnende Weichtiere (Mollusken) mit über 100.000 Arten, die in der Regel ein Gehäuse tragen. Die meisten Schnecken sind Pflanzenfresser, in Weingärten können sie beträchtlichen Schaden durch Abfressen des jungen Laubes im Frühjahr anrichten. Hauptsächlich treten sie bei feuchtem Wetter (nach einem Regen) auf. Zur Weinlesezeit kann durch die Schnecken eine Verschmutzung der Weintrauben verursacht werden.

Weinkeller, der / cave / wine-cellar

Ein guter Weinkeller soll eine gleichmäßige Temperatur von 12-17°C aufweisen, gut gelüftet, trocken und dunkel sein. Da der Wein durch den Korken atmet, sollten in seiner Nähe keine scharf riechenden Lebensmittel oder Lösungsmittel aufbewahrt werden. Zu warm gelagerte Weißweine verlieren rasch an Frische. Rotweine und Likörweine benötigen keinen kühlen Keller.

Weinprobe, die / dégustation / winetasting

Beurteilung der Qualität eines Weines durch die Geruchs-und Geschmacksorgane. Der Wein wird mit allen zur Verfügung stehenden Sinnen, d. h. mit Augen, Nase und Mund, probiert.

Die Farbe, die bei Weißwein von hellem Gelb bis zum Bernsteinton, bei Rotwein von Granat- bis Schwarzrot gehen kann, ist ein erster Hinweis auf Rebsorte und Alter des Weines.

Im Geruch der flüchtigen Substanzen offenbaren sich zahlreiche Aromen. Der Mensch kann bis zu 4.000 Gerüche unterscheiden.

Hier geht das Spektrum von süß (Alkohol, Zucker), sauer (Weinsäure, Milchsäure, Essigsäure) bis bitter (Tannine). Beim Schmecken des Weines sind neben der Zunge auch Gaumen und Rachen beteiligt. Profis lassen den Wein so über die Zunge hin und her rollen, dass das Aroma an die Nasenschleimhäute gelangt und der Geschmack voll zur Geltung kommt.

Weintraube, die / raisin / grape

Allgemeine Bezeichnung für jene Trauben, die für die Herstellung von Wein oder Destillaten herangezogen werden (zusammen rund 85% weltweit). Im Gegensatz dazu gibt es die zum Verzehr bestimmten Tafeltrauben.

Weisse Burgunder, der / pinot blanc / pinot blanc

Der Weiße Burgunder, auch Pinot blanc genannt – die „rassige“ Alternative zum Ruländer und Grauen Burgunder. Präsentiert ein duftiges, weiniges Aroma, einen eleganten bis kräftigen Körper und eine markante Säure.

Weissherbst, der / rosé allemand / German rosé wine

Deutscher Roséwein, der mindestens den Anforderungen eines Qualitätsweines entspricht und aus Trauben einer einzigen Rebsorte hergestellt ist. Weißherbst soll kühl getrunken werden. Er paßt fast zu jedem Essen. Eisweine und Auslesen aus roten Trauben kommen meistens als Weißherbst und nicht als Rotwein auf den Markt, da der Edelfäulepilz den Farbstoff in der Beerenschale zerstört, so daß diese edlen Weine als Rotweine zu hell sind.

Weisswein, der / vin blanc / white wine

Aus dem Saft der weißen Trauben gewonnener Wein. In kühleren Weinbaugebieten, vor allem nördlich der Alpen, überwiegt der Anbau von Weißweinsorten. Die Maische wird, im Gegensatz zum Rotwein, nach dem Mahlen der Trauben gleich abgepreßt und der Most ohne die Schalen vergoren. Weißweine werden kühler getrunken als Rotweine – die einfachen Durstlöscher am besten bei 12-14° C, hochwertige Auslesen bei 14-17° C – und in kleineren Gläsern gereicht, da sie sich bei längerem Stehen rasch erwärmen und an Frische verlieren.

Winzer, der; Weinbauer, der / viticulteur, vigneron, exploitant de vignes / vine-grower, vintner

Allgemeine Sammel-Bezeichnung für die Gruppe der Weinbau-Betreibenden, unabhängig des Umfanges der Tätigkeit (vom reinen Traubenlieferanten bis hin zum Wein-Erzeuger). Weitere sind Hauer oder Weinhauer (Österreich); Hacker oder Häcker (Baden und Württemberg), Weingärtner oder Wengerter (Württemberg), Cosechero (Spanien), Vignaiolo (Italien – nur Traubenerzeuger), Coltivatore (Italien – Winzer und Weinerzeuger) sowie Vigneron oder Viticulteur (Frankreich).

würzig / épicé / spicy

Steigerung von fruchtig. Typische Weine dieser Geschmacksrichtung sind Muskateller, Morio-Muskat und Traminer.

Zwiebelhaut / pelure d’oignon / onion peel, onion skill

Französischer Ausdruck, der wörtlich Zwiebelhaut bedeutet. Bezogen auf Wein zur Bezeichnung für die rostbraune oder lohfarbene Farbnuance verwendet, die bestimmte helle Rot- oder Roséweine bei längerer Lagerung annehmen. In der Regel dürften Weine mit einer pelure d’oignon zu lange gelagert worden sein; sie haben ihren Höhepunkt längst überschritten und sollten möglichst rasch ausgetrunken werden.