Der Diabetes oder auch „Zuckerkrankheit“ wird in 2 Formen unterschieden, den Jugenddiabetes und den Erwachsenendiabetes. Zugrunde liegt entweder eine verringerte Bildung des Hormons Insulin, oder die Wirkung des Insulins ist gestört. Gemeinsames Zeichen beider Diabetesformen ist der erhöhte Blutzuckerspiegel, da Insulin für die Senkung des Blutzuckers zuständig ist. Die Entstehung des Jugenddiabetes kann durch eine bestimmte Lebensweise kaum verhindert werden. Der Erwachsenendiabetes ist dagegen eine typische Zivilisationskrankheit, der bei genetischer Veranlagung immer dann vermehrt auftritt, wenn ein Überfluss an Nahrungsmitteln besteht. Prinzipiell sollte immer eine diätetische Behandlung des Diabetes durchgeführt werden. Beim Jugenddiabetes muss die Diät so gestaltet werden, dass zur gespritzten Insulinmenge immer eine entsprechende Menge an Kohlehydraten aufgenommen wird, da es sonst zu einer schweren Über- beziehungsweise Unterkonzentration an Zucker im Blut kommen kann. Beim Erwachsenendiabetes ist dagegen wichtig, ein bestehendes Übergewicht durch eine Reduktionskost zu vermindern. Außerdem müssen Kohlenhydrate gemieden werden, die zu einem zu starken Blutzuckeranstieg führen (zum Beispiel: einfacher Haushaltszucker). Nach Möglichkeit sollten Antidiabetika, wie zum Beispiel: Euglucon, wegen ihrer langfristigen Nebenwirkungen durch eine entsprechende Schulung und diätetischen Behandlung ersetzt werden.
Langfristiges Ziel einer Diabetesbehandlung sollte immer sein, die Spätschäden des Diabetes (Amputationen, Blindheit, Nierenschäden) möglichst weit hinauszuschieben und akute Stoffwechselentgleisungen zu vermeiden. Dazu ist es wichtig, den Insulinbedarf so weit als möglich zu verringern. Da Insulin für die Verwertung von Kohlenhydraten gebraucht wird, wendete man früher eine fett- und proteinreiche Diät an. Langfristig trug dies aber zur vorzeitigen Arteriosklerosebildung beim Diabetiker bei. Wie in der üblichen Ernährung auch, sollte die Fettzufuhr deshalb 30 % nicht übersteigen. Im Gegensatz zu früher weiss man heute, dass durch die Zufuhr von ballaststoffreichen komplexen Kohlenhydraten eine wesentlich bessere Stoffwechseleinstellung erreicht werden kann. Im Vergleich zu normalem Zucker erhöhen diese nur langsam den Blutzucker und verringern damit den Insulinbedarf. Zu diesen Kohlenhydraten gehören insbesondere Hülsenfrüchte, Getreideflocken, Vollkornbrot und Teigwaren aus Vollkorngetreide. Die Eiweißzufuhr sollte normal sein, da eine überhöhte Zufuhr die Niere belastet. Da beim Diabetiker häufig schon eine Störung der Niere vorliegt, kann es sogar sinnvoll sein, nur die Mindestmenge an Protein zuzuführen und außerdem auf eine niedrige Phosphatzufuhr zu achten. In der Praxis sollte eine Diabetesernährung so aussehen, dass die Kohlenhydrate möglichst gleichmässig auf den Tag verteilt werden. Als vorteilhaft hat sich dabei erwiesen, die Menge der Kohlenhydrate in Form von Broteinheiten anzugeben (1 BE = 12 g Kohlenhydrate). Mit Hilfe von Tabellen oder einer Ernährungssoftware kann die Diät dann so zusammengestellt werden, dass sich zum Beispiel: 18 BE beziehungsweise 216 g Kohlenhydrate ergeben. Der Einsatz diätetischer Lebensmittel ist normalerweise nicht erforderlich, außer vielleicht bei Süßstoffen und Marmeladen.
Neben der Diät kann außerdem durch eine erhöhte körperliche Betätigung (Sport) der Insulinbedarf reduziert werden.