Ein wichtiges Thema!

Die Bewerbungsmappe

Bestandteile der Bewerbung
Versenden Sie grundsätzlich vollständige Bewerbungsunterlagen, keine Kurzbewerbung.

Vollständige Bewerbungsunterlagen bestehen aus:

  • einem persönlichen Anschreiben (liegt oben) und
  • einer Bewerbungsmappe (ist die Anlage zum Anschreiben).

Die Bewerbungsmappe hat üblicherweise folgenden Inhalt:

  • Deckblatt mit Lichtbild: Es ist empfehlenswert vor dem Lebenslauf, als erste Seite Ihrer Bewerbungsmappe, ein Deckblatt einzuheften, das sozusagen zu dem weiteren Inhalt hinführt und vor allem einen schönen Rahmen für die folgenden Seiten bildet. Auf das Deckblatt kleben Sie zum Beispiel Ihr Foto und schreiben Ihre Adresse daneben / darunter. Oder Sie formulieren eine Überschrift wie „Bewerbungsunterlagen für die Firma XY von …“ und lassen dann Ihren Namen und Anschrift mit sämtlichen Kontaktdaten (Telefon, Fax, E-Mail) folgen. Hier ist durchaus Kreativität gefragt.
  • Lebenslauf, falls kein Deckblatt Lichtbild rechts oben
  • Zeugniskopien (Schul- beziehungsweise- Hochschul- und Arbeitszeugnisse. Wichtig ist, dass das aktuellste Zeugnis an erster Stelle in die Mappe geheftet wird. Eine Beglaubigung der Zeugniskopien ist nicht nötig)
  • gegebenfalls: Liste der Veröffentlichungen, vorhandene Patente oder Warenzeichen,
  • Referenzen, Arbeitsproben, Handschriftenproben, polizeiliches Führungszeugnis, Gesundheitszeugnis und so weiter (nur falls explizit gefordert !)
  • eventuell: Trennblätter zur übersichtlichen Gestaltung und Gliederung der Bewerbungsmappe.

Das Bewerbungsfoto

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
Durchschnittlich zwei Minuten begutachten die Personalverantwortlichen jede einzelne Bewerbung. Deinem Bewerbungsfoto kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Wer auf dem Foto sympathisch wirkt, wer Kompetenz und Seriosität ausstrahlt und wer zum Unternehmen zu passen scheint, der hat einfach bessere Chancen.
Wie erreicht man das? Sie müssen sich auf das Unternehmen einstellen. Schauen Sie sich an wie eine Firma nach aussen auftritt und Sie wissen welche Art von Mitarbeitern gesucht wird. Ist die Firma konservativ, muss es auch das Bild sein. Ist das Unternehmen nach aussen hin locker und offen, dann haben Bewerberinnen und Bewerber mehr Spielraum beim Foto.

Wie soll Ihr Bild wirken ?
Auf keinen Fall: Automatenfotos vom Bahnhof oder Supermarkt! Wer solche Fotos verschickt, fliegt normalerweise schnell raus beim Bewerbungsmarathon. In der kleinen Kabine sieht jeder gedrängt, gehetzt und völlig unnatürlich aus!
Vorsicht auch bei Schwarzweiß-Bildern. Natürlich wirken diese Bilder meistens professioneller und sind ein Hingucker: Aber nicht jeder Personalverantwortliche möchte solche Bilder von seinen Bewerbern haben: In der Regel soll ein Bild Seriosität und Sympathie ausstrahlen – für den nächsten Modell-Contest muss das Bild nicht reichen.

Aktuelles Bewerbungsfoto verwenden
Als Faustregel können Sie sich merken, dass das Bewerbungsfoto nicht älter als zwei Jahre sein sollte. Denn der Empfänger möchte sich tatsächlich ein Bild vom Bewerber machen – mit einer mehrere Jahre alten Aufnahme macht der Personalverantwortliche sich allenfalls ein falsches Bild.

Elektronische Bewerbung
Bewerber sollten auch bei einer elektronischen Bewerbung ein digitalisiertes Foto als Attachment anhängen. Um die Nerven der Verantwortlichen zu schonen, sollte jedoch das Bild komprimiert werden (JPEG-Verfahren), da sonst der Download zu lange dauert.

Die Form der Bewerbung
Form und Darstellung sind die Faktoren, über die man einen ersten Eindruck bekommt. Nachfolgend finden Sie einige Punkte, die Ihnen vielleicht als Selbstverständlichkeit erscheinen. Leider werden hier jedoch immer wieder Fehler gemacht.

Bitte beachte folgende Punkte:

  • Rechtschreibung und Interpunktion müssen einwandfrei sein. Namen (Firmenname und Ansprechpartner) und Bezeichnungen (Position) müssen korrekt geschrieben sein.
  • Achten Sie bei der Gestaltung auf eine gute Platzeinteilung und angemessene Ränder.
  • Verwende nur weißes, unliniertes und hochwertiges DIN-A4-Papier, das nur einseitig beschrieben wird.
  • Stelle Deinen Lebenslauf tabellarisch dar. Die Aufsatzform ist heute nicht mehr üblich.
  • Versenden Sie nur Kopien von Zeugnissen und Nachweisen, keine Originale.
  • Verwenden Sie für jede Bewerbung neue, gute Kopien. Abgegriffene Blätter machen einen „schlampigen“ Eindruck.
  • Verwenden Sie nur neuwertige Bewerbungsmappen.
  • Kleben Sie Foto fest und / oder beschrifte es auf der Rückseite mit Name und Anschrift.
  • Versenden Sie Ihre Unterlagen nicht per Einschreiben oder Eilboten und achten Sie auf ausreichende Frankierung.
  • Als Schnellhefter für Ihre Bewerbungsmappe sollten Sie einen Klemmhefter verwenden. So können Sie auch auf die allgemein verpönten Klarsichthüllen verzichten.

Häufige Fehler

  • Eselsohren & Co: Bewerbungsunterlagen müssen sauber und leicht lesbar sein. Vermeiden Sie schlechte Kopien, Flecken auf den Unterlagen, schlechte Computerausdrucke, Verbesserungen (überschreiben, überkleben), schlechtes Papier, indiskutable Bewerbungsfotos (Automatenbild, ausgeschnittene Urlaubsfotos).
  • Miserables Schriftbild:  Besonders wenn Sie mit Computerkenntnissen werben, müssen Schriftbild, Schrifttyp und Seitenlayout stimmig sein.
  • Rechtschreibung:  Achten Sie penibel auf Rechtschreibfehler und orthografische Mängel.
  • Lose Blätter:  Heften Sie Ihre Unterlagen in einen Schnellhefter (am besten einen Klemmordner).
  • Klarsichthüllen:  Allgemein verpönt – darum am besten auf sie verzichten. Niemals darf das Anschreiben in Folie gesteckt sein. Es wird vielmehr oben auf den Hefter gelegt.
  • Verpackung: Niemals alle Unterlagen zusammen in eine Klarsichthülle stecken. Das Auspacken bedeutet Mehrarbeit und führt zu Ärger, der sich vermeiden lässt.
  • Kurz fassen: Keine Romane schreiben. Auf unnötige Informationen verzichten (zum Beispiel Geburtsdatum oder Beruf der Schwester)
  • Unterfrankiert: Beachten Sie, dass Ihr Schreiben ausreichend frankiert ist.
  • Falsche Adresse: Schreibe nicht anonym an die Personalabteilung, sondern zu Händen des zuständigen Ansprechpartners. Falls Sie keine Informationen zum Ansprechpartner finden konnten, erkundigen Sie sich im Vorfeld telefonisch bei der Personalabteilung des Unternehmens.
  • Handschrift: Wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, dann bewerben Sie sich niemals handschriftlich. Benutzen Sie einen Computer.
  • Papier von beiden Seiten beschreiben:  Nur kein Geiz: Papier immer einseitig benutzen

Tabus – besser verschweigen
Was Sie in einer schriftlichen Bewerbung am besten nicht erwähnen sollten:

  • Gehaltsvorstellung: Wenn nicht ausdrücklich danach gefragt wird, sollte man sie nicht angeben. Wer zu hoch greift, wirft sich aus dem Rennen; wer zu wenig verlangt, signalisiert niedrigen Marktwert.
  • Schlechte Noten: Bei Abitur- und Examensnoten gilt die Devise „alles oder nichts“. Sie werden im Lebenslauf nicht erwartet; man sollte sie daher nur dann angeben, wenn sie durchweg gut sind oder im Zeitablauf immer besser werden.
  • Kinder: Bei Männern wird eine kinderreiche Familie als stabiler Hintergrund und deshalb positiv betrachtet. Frauen verspielen dagegen – leider immer noch – ihre Chancen auf ein Bewerbungsgespräch, wenn sie sich als Mütter outen. Unbelehrbare Personalchefs unterstellen ihnen mangelndes Engagement.
  • Engagement als Betriebsrat oder Frauenbeauftragte: Manche Personalchefs mögen Sie dafür bewundern, die meisten fürchten Unruhe im Betrieb.

Das Anschreiben

Ihre Adresse

  • Vollständige Anschrift mit Telefonnummer (privat und geschäftlich), Faxnummer, E-Mail-Adresse
  • Oben und linksbündig (Standard)
  • Anregung: Kreation eines persönlichen Briefkopfes mit der vollständiger Adresse

Adresse des Empfängers

  • Vier Leerzeilen unter Deiner Adresse
  • Korrekte Nennung des Firmennamens
  • Name des zuständigen Mitarbeiters (vorher telefonisch nachfragen)
  • Leerzeile über der Ortsangabe

Ort, Datum

  • Rechtsbündig
  • zwischen Adresse der Unternehmen und dem Betreff

Betreff

  • Aussagekräftiger Betreff
  • Berufsbezeichnung beziehungsweise Schlagwort des Inserates
  • Referenznummer der Anzeige mit Erscheinungsort und -datum des Inserates
  • Fett, linksbündig und ohne das Wort „Betreff“

Anrede

  • Zwei Leerzeilen unter dem Betreff
  • Korrekt ist: „Sehr geehrter Herr Sommer,“
  • Wenn die Person unbekannt ist: „Sehr geehrte Damen und Herren,“
  • Achten Sie auf Schreibfehler im Namen

Hauptteil

  • Hauptteil kurz und präzise (4 bis 8 Sätze)
  • Einleitungssatz (eventuell mit Bezug auf ein Gespräch, ein Telefonat oder Stellen – Inserat)
  • Darstellung der jetzigen Tätigkeit
  • Bezug zur neuen Stelle. Zur neuen Tätigkeit passende Tätigkeiten hervorheben und beschreiben. Weshalb interessieren Sie sich für das Unternehmen?
  • Die berufliche Entwicklung für die neue Position wichtige Stationen der Karriere aufführen
  • Die Qualifikationen, die Sie zu bieten haben. Derzeitiger Stand Ihrer Ausbildung beziehungsweise Ihrer derzeitigen Tätigkeit.
  • möglicher Eintrittstermin
  • Abschluss wie „Für ein Vorstellungsgespräch stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.“

Gruß und Unterschrift

  • Korrekt: „Mit freundlichen Grüßen“
  • Unterschrift zwischen der Grußformel und Ihrem Namen
  • Unterschrift eigenhändig und mit Füller

Aufbau des Anschreibens

Die Selbstdarstellung
Ziel jeder Bewerbung ist es, beim Leser Interesse für den Bewerber zu wecken. Dabei gilt es sich und seine Qualifikation so darstellen, dass der Personalverantwortliche den Bewerber für einen geeigneten Kandidaten für zu besetzenden Stelle hält. Doch bei genau dieser Selbstdarstellung passieren auch die meisten Fehler. Hier ein paar Tipps, die Ihnen helfen werden sich ins rechte Licht zu rücken.

Die geforderten Qualifikationen
Lesen Sie die Anzeige genau durch und gehen auf die dort geforderten Qualifikationen ein. Erklären Sie dem Leser Ihrer Bewerbung, in welcher Art und Weise gerade Sie die in der Stellenausschreibung genannten Anforderungen erfüllen.

Ihre Persönlichkeit – Besonderheiten aufzeigen
Versuchen Sie bewusst herauszustechen aus der Masse der Bewerber, indem Sie sich selbst in Ihrem Anschreiben Profil verleihen und Ihre besonderen oder ungewöhnlichen Fähigkeiten betonen. Vermeiden Sie hingegen zu allgemeine Aussagen – damit reissen Sie keinen Personalverantwortlichem vom Hocker.

Persönliche Schwächen
Ihre Schwächen schon im Anschreiben zu erwähnen, wäre taktisch nicht klug. Denken Sie daran: Niemand wird für einen Beruf angestellt, weil er etwas nicht oder besonders schlecht kann. Vermeiden Sie es, Ihre Defizite und Schwächen zu erläutern. Zunächst soll ja das Interesse des Lesers geweckt werden.

Reden und doch nichts sagen

Standardsätze oder Floskeln sollten Sie tunlichst vermeiden, denn davon lesen die meisten Recruiter Hunderte am Tag. Versuchen Sie statt dessen lieber Ihren Text mit lesenswerten Informationen darüber zu füllen, wer Sie sind, was Sie können und warum Sie sich gerade für dieses Unternehmen und dieses Jobangebot interessieren.

Übertreibungen
Die eigenen Stärken herausstellen ohne aufdringlich zu wirken – das ist die Kunst des Anschreibens.
Übertriebene Selbsteinschätzung oder Egozentrik wirken unsympathisch. Es liegt an Ihnen Ihre Fähigkeiten zu beschreiben, nicht sie zu bewerten. Letzteres sollte dem Recruiter überlassen werden.

Häufige Fehler

Die Massendrucksache
90 Prozent aller Bewerbungen ist im 08/15-Stil verfasst. PCs machen es möglich, in kürzester Zeit Unmengen von bis auf die Adresse identischen Bewerbungsschreiben zu produzieren. Das wissen Personalchefs auch und reagieren dementsprechend – mit einer Standardabsage aus ihrem Computer. Je persönlicher Ihre Visitenkarte, desto höher sind Ihre Chancen.

Nicht- und Negativformulierungen
Keiner will wissen, was Sie nicht könne. Negativformulierungen verwirren den Leser, er muss erst übersetzen, was der Bewerber eigentlich meint.

Die Übertreibung

Viele Anschreiben sind überdreht und versuchen, den Eindruck zu erwecken, das Unternehmen sei das einzige, das für den Bewerber überhaupt in Frage kommt. Das glaubt keiner.

Der Roman
Papier ist geduldig, Personalenscheider sind es meistens nicht. Interesse weckt ein kurzes Anschreiben – vor allem, wenn es auf die Anforderungen der Anzeige und die Bedürfnisse des Unternehmens eingeht. Versuchen Sie in Ihrem Brief plausibel darzulegen, warum gerade Sie Ihrem Wunscharbeitgeber besonders nützlich sein kannst.

Selbstanklage
Niemand wird für einen Beruf angestellt, weil er etwas nicht oder besonders schlecht kann. Vermeiden Sie es, Ihre Defizite und Schwächen zu erläutern.

Klischees

Umgehe Begriffe wie „innovativ, kommunikativ, Organisationstalent und dynamisch“, denn so präsentieren sich die meisten Kandidaten. Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ oder „Ihre Anzeige interessiert mich …“ sind out. Verfassen Sie Ihre Bewerbung individuell und persönlich. Entwerfen Sie zum Beispiel statt eines langen Anschreibens eine Extraseite mit dem Titel „Ich über mich“.

Egozentrik
Viele Bewerber stellen sich im Anschreiben dar, Ihre Wünsche und Anforderungen an den Job; auf die Stellenanzeige gehen sie kaum ein. Gefragt ist der Bewerber, welcher klar und deutlich sagt, was er für das Unternehmen leisten kann.

Lebenslauf

Zeigen Sie Ihre Stärken!!

Lücken im Lebenslauf – was nun?

Beim Erstellen des Lebenslaufes wird es besonders schwierig, wenn im bisherigen Werdegang nicht alles frei von Stolpersteinen war oder Ziele nicht so stringent verfolgt wurden wie dies im Allgemeinen erwartet wird. Wie begründe ich Zeiten des Nichtstuns? Diese Probleme sind nicht selten und führen zu immer wiederkehrende Begründungen, welche von Personalern längst durchschaut werden. Ob Auslandsaufenthalte, Sprachkurse oder Weiterbildungen – dem Ideenreichtum der Bewerber sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt. Nur wenn zu diesen Angaben jegliches Zertifikat fehlt, glaubt keiner mehr so recht an Deine Ausführungen. Wie weit Du im Rahmen Deiner Bewerbung „schummeln“ beziehungsweise lügen darfst, bleibt eine schwierige Frage. Aber: Sie müssen Ihre Ausschmückungen auch im Vorstellungsgespräch überzeugend verkaufen. Im direkten Kontakt ist das viel schwieriger. Bedenken Sie ebenfalls, dass Unwahrheiten im Lebenslauf ernsthafte rechtliche Konsequenzen bis hin zur fristlosen Kündigung haben können.
Tipp: Begründen Sie wie es zu bestimmten „Leerlaufzeiten“ gekommen ist und wie Sie sich heute verhalten würden. Es ist normal, dass sich junge Menschen in Verhalten und Einstellungen ändern. Mit nachvollziehbaren Erklärungen sollten Sie hierbei auch auf Verständnis der Personaler stossen.

Kompetent auftreten
Genau wie beim Anschreiben gilt auch beim Lebenslauf. Stellen Sie Ihre Stärken in den Vordergrund und versuchen Sie sich ins beste Licht zu rücken. Sie wollen schließlich das Interesse beim Leser auf ein Vorstellungsgespräch wecken.
Werden für eine Position Kenntnisse verlangt, die Sie noch nicht in vollem Umfang beherrschen, ergreifen Sie Maßnahmen, sich die Fähigkeiten möglichst kurzfristig anzueignen. Damit bekunden Sie Ihr Interesse, Ihre Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft deutlich nachhaltiger als mit einer Lüge.
Bei längeren Leerlaufzeiten geben Sie zumindest die Aktivitäten an welche Sie zu diesem Zeitpunkt gemacht haben. Jede Tätigkeit ist besser als Nichtstun – aber Sie müssen es nachweisen können. Was Arbeitgeber nicht gerne sehen, sind lange Zeiten des „Nichts-Tuns“. Diese lassen an der Einsatzbereitschaft des Bewerbers zweifeln. Und Mitarbeiter ohne „Einsatzbereitschaft“ sucht wohl kein Unternehmen.

Fehlerquellen!!

  • zu langer und unübersichtlicher Lebenslauf (maximal drei Seiten sind empfehlenswert)
  • Unterschiede von Daten im Lebenslauf mit denen in anderen Bewerbungsunterlagen, zeugt von Ungenauigkeit bei der Zusammenstellung der Unterlagen oder gar dem Versuch, gewisse Einzelheiten „zu vertuschen“
  • zeitliche Lücken verleiten zu der Vermutung, dass Sie etwas zu verbergen haben
  • nutzlose Informationen können getrost weggelassen werden zum Beispiel Alter der Geschwister oder ähnliches
  • fehlendes oder gar falsches Datum erweckt den Verdacht von einer Massenbewerbung, die in der Regel keinen Anklang bei den Recruitern findet.
  • Aussagen zu Partei- oder Religionszugehörigkeit (mit Ausnahmen)
  • Vernachlässigung außerberuflich erworbener Fertigkeiten und Kenntnisse, die für einen Arbeitgeber interessant sein könnten
  • fehlende Unterschrift auf dem Lebenslauf

Checkliste

  • Ist eine übersichtliche Gliederung zu erkennen?
  • Ist der Lebenslauf logisch aufgebaut? (zum Beispiel die richtige zeitliche Reihenfolge)
  • Sind die Angaben vollständig?
  • Ist der Lebenslauf lückenlos?
  • Sind die wesentlichen Ausbildungsabschnitte und Berufsstationen dargestellt?
  • Wird die derzeitige Position kurz und anschaulich beschrieben?
  • Lassen sich für die angestrebte Stelle Studienschwerpunkte erkennen?
  • Wurden spezielle Seminare und Erfahrungen in den Lebenslauf mit eingearbeitet?
  • Sind die Inhalte des Lebenslauf deckungsgleich mit den Angaben der restlichen Bewerbungsunterlagen?
  • Könne Sie angeführte Praktika / Fortbildungen / Tätigkeiten belegen?

Speziell für Berufsstarter:

  • Werden im Lebenslauf praktische Erfahrungen neben dem Studium im eingebracht?
  • Wurde die Zeit zwischen Studienabschluss und Bewerbung sinnvoll genutzt?

Form und Aufbau


Grundsätzliches

Ein Lebenslauf kann im Gegensatz zu dem Bewerbungsschreiben auch mehrere Seiten beinhalten. Wie für alle Unterlagen der Bewerbung sollte weißes, sauberes DIN-A4-Papier verwendet werden. Bei einer Email-Bewerbung sollte ein schlichter weißer Hintergrund gewählt werden. Nach dem Deckblatt ist der Lebenslauf die zweite Seite in Ihrer Bewerbungsmappe. Ein Lebenslauf wird in aller Regel tabellarisch erstellt, es sei denn es wird ausdrücklich ein ausführlicher Lebenslauf verlangt. Per Hand geschriebene Lebensläufe werden eher selten von den Recruitern verlangt. An Hand des handgeschriebenen Lebenslaufs soll mittels eines graphologischen Gutachtens Rückschlüsse auf den Bewerber erzielt werden. Schriftgutachten erfordern aber immer das ausdrückliche Einverständnis des Bewerbers.
Die wesentlichen Inhalte des Lebenslaufes sollten sein:

  • Informationen über Ihre Person
  • Schulbildung
  • Berufsausbildung
  • Arbeitsverhältnisse

Nicht von Belang sind Fragen der Vermögenssituation, religiöse, politische oder gesundheitliche Aspekte.

Der Aufbau
Das Wort „Lebenslauf“ sollte im oberen Bereich als Hauptüberschrift zu erkennen sein.
Sofern Dein Bewerbungsfoto nicht schon auf dem Deckblatt zu finden ist, wäre rechts oben der richtige Platz für das Bild. Die Qualität des Fotos sollte einwandfrei sein. (keine Fingerabdrücke, keine eingeknickten Ecken und so weiter)
Hinweis: Der Aufbau des folgenden Lebenslaufes ist nur ein Beispiel, welches Ihnen beim Erstellen Ihres Lebenslaufes behilflich sein soll. Sie können natürlich Rubriken hinzufügen, weglassen oder anders bezeichnen.
Folgende Informationen sollte der Lebenslauf klar und verständlich enthalten:
1. Persönliche Daten
Name, Geburtstag und -ort, Wohnort, Familienstand (gegebenfalls Name und Beruf des Ehepartners sowie Zahl und Alter der Kinder).
2. Schulausbildung
Chronologische Reihenfolge der besuchten Schulen mit Zeiträumen und Abschluss. Der Betrachter sollte eindeutig herauslesen können, welcher Ihr höchster Schulabschluss ist.Recruiter akzeptieren es zum Teil, das bei älteren Bewerbern die Zeiträume der Schulbesuche weggelassen werden.
3. Berufsausbildung
Zeitraum, Art der Ausbildung, Namen des Ausbildungsunternehmens und den erreichten Abschluss
4. Studium
Studiendauer (Beginn/Ende), Fachgebiet, gegebenfalls Studienschwerpunkte, Name der Hochschule und erreichter Abschluss. Es muss erkennbar sein, wenn Sie eine Hochschule oder das Studienfach gewechselt haben. Auch ein Studienabbruch darf nicht verheimlicht werden.Wenn Ihre Diplomarbeit oder Ihre Dissertation im Zusammenhang mit der Stelle steht, für die Sie sich beworben haben, können Sie sie im Lebenslauf erwähnen. Aber nicht zu ausführlich, da dies als übertriebene Selbstdarstellung angesehen werden kann.
5. Praktika
Zeitraum, Art des Praktikums und Name des Unternehmens.
6. Berufliche Laufbahn
Auch hier sollten in chronologischer Form Angaben über Zeiträume, Art und wesentliche Inhalte Ihrer Arbeitsverhältnisse sowie die Namen Ihrer Arbeitgeber aufgeführt werden. Zeiten der Arbeitslosigkeit müssen auch angegeben werden, da ansonsten eine Lücke entsteht.
7. Besondere Kenntnisse und Erfahrungen, Weiterbildungen
In dieser Rubrik stehen die Informationen, die Ihre Eignung für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, noch unterstreichen:

  • beruflichen oder berufsnahen Erfahrungen
  • Kenntnisse oder erworbenen Qualifikationen
  • Auslandserfahrungen
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Seminare zur Stärkung Ihrer Führungs-, Kommunikations- und Motivationsfähigkeiten

Bereitschaft Dinge zu erlernen, die über das normale Maß hinausgehen, werden von den Recruitern größtenteils enorm geschätzt.
8. Freizeitinteressen und Mitgliedschaften
Es gibt keine klare Richtlinie, die besagt das Angaben zu Hobbys und ähnlichen Freizeitaktivitäten in einen Lebenslauf gehören. Zeitlich aufwendige und sehr gefährliche Hobbys haben eher einen schlechten Ruf bei den Recruitern und sollten deshalb besser keine Erwähnung finden.

Das Vorstellungsgespräch


Welche Fragen könnten gestellt werden?

  • Welches sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Erzählen Sie mal etwas über sich selbst!
  • Schildern Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang?
  • Was hat Sie im Inserat angesprochen?
  • Worauf legen Sie Wert im Beruf?
  • Welchen Führungsstil bevorzugen Sie?
  • Wie sieht Ihre persönliche Situation aus: Herkunft, Elternhaus, Familie, … ?
  • Welche praktischen Erfahrungen haben Sie?
  • Warum wollen Sie Ihre bisherige Stellung aufgeben?
  • Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?
  • Wie erfolgreich waren Sie bisher?
  • Sind Sie bereit sich einarbeiten zu lassen?
  • Haben Sie einen eigenen Entscheidungs- und Verantwortungsbereich?
  • Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Ihren Vorgesetzten umschreiben?
  • Sind Sie eher ein Einzelkämpfer oder ein Teamplayer?
  • Wie organisieren Sie Ihre Arbeit?
  • Was hat Ihnen gut gefallen an Ihren bisherigen Stellen?
  • Würden Sie Ihren heutigen Beruf wieder wählen?
  • Haben Sie noch andere Stellen in Aussicht? Welcher Art? Besteht ein Zeitdruck? Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben / Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Welche Aufgabenschwerpunkte erwarten Sie in der neuen Aufgabenstellung?
  • Was waren die Gründe für Ihre Berufswahl?
  • Was haben Sie während Ihres Praktikums bei XYZ bearbeitet?
  • Wie stellen Sie sich Ihren Einstieg bei uns vor?
  • Was waren bisher Ihre größten Erfolge beziehungsweise Misserfolge und wie sind Sie damit umgegangen?
  • Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden?
  • Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie in den nächsten Jahren?
  • Warum haben Sie sich gerade bei unserem Unternehmen beworben?

Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch

Informieren Sie sich über das Unternehmen
Im Verlauf des Vorstellungsgespräches wird der Personalverantwortliche wahrscheinlich einiges über das Unternehmen erzählen beziehungsweise Sie nach Ihrem Bild über das Unternehmen befragen. Um bei eventuellen Fragen nicht peinlich ins stocken zu geraten, sollten Sie sich im Vorfeld Informationen über Aktivitäten, Erfolg und Unternehmenskultur beschaffen. Im Internetzeitalter ist dies bei großen und mittelgroßen Unternehmen unproblematisch, da diese in aller Regel umfangreiche Internetpräsenzen haben. Weitere ergiebige Quellen sind: Handelsregister, Wirtschaftsverbände, Zeitungsarchive.

Was ziehe ich an?
Entscheiden Sie sich rechtzeitig. Ein Standard – Outfit welches generell passt existiert nicht. Sie müssen hierbei auf die Unternehmenskultur Ihres potentiellen Arbeitgebers einstellen. Bei Banken und Unternehmensberatungen kommt eine konservative Garderobe nach wie vor gut an, bei kreativen und innovativen Berufen ist der klassische Business-Look eher out. Auch bei der Frisur ist die Gepflegtheit das entscheidende Kriterium. Sehr lange Haare bei Männern kommen bei vielen Personalchefs nicht gut an, ebenso wenig wie dick aufgetragene Schminke, auffälliger Schmuck und aufdringliches Parfum beim weiblichen Geschlecht.

Das Geld
Hier gilt es sich vorab über branchenübliche Gehälter informieren und Feinfühligkeit zu bewahren. Denn ungefähr 1/3 aller Bewerber wird auf Grund zu hoher Gehaltsvorstellungen abgelehnt. Bietet man Ihnen etwas weniger als branchenüblich, können Sie verhandeln, aber im Zweifelsfall sollten Sie nicht auf das Mehr bestehen. Es werden weitere Gehaltsgespräche mit Ihrem neuen Chef folgen, bei denen Sie Ihre Gehaltsvorstellungen zum Thema machen kannst.

Wer zu spät kommt…
Pünktlichkeit ist selbstverständlich! Machen Sie sich deshalb schon im Vorfeld mit dem Anfahrtsweg vertraut. Achten Sie auf Fahrzeiten von Bus und Bahn und planen Sie auch ein bisschen Reserve mit ein. Eine Verspätung wirft ein schlechtes Licht auf Sie und verärgert den Gesprächspartner, zumal dieser in der Regel nur begrenzt Zeit hat. Halten Sie sich an das Sprichwort „5 Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit“ und Sie sind weder zu früh noch zu spät.

Der erste Eindruck
In den ersten Sekunden einer Begegnung wird entschieden, ob man den Gegenüber als sympathisch empfindet oder nicht. Wirken Sie unsympathisch schmälert das Ihre Chancen auf den Job. Versuchen Sie freundlich zu sein, ohne überschwänglich zu wirken. Lächeln Sie während Sie dem Gesprächspartner die Hand geben.

Ihr Auftreten
Der weitere Verlauf des Gesprächs wird bestimmt durch das Unternehmen. Ihr Gegenüber wird nun mit einem weitem Spektrum von Standardfragen probieren mehr über Sie zu erfahren. Für die meisten Fragen kann man sich natürlich schon im Vorfeld Antworten überlegen. Insbesondere bei Fragen zu eigenen Schwachstellen wie Lücken im Lebenslauf sollten Sie sich überzeugende Antworten zurechtlegen. Nichts ist peinlicher als hier in Stocken zu geraten. Bleiben Sie jedoch bei der Wahrheit – Lügenmärchen fallen auf und nehmen Ihnen jegliche Chance auf den Job. Außerdem holen sich manche Unternehmen Referenzen bei Ex-Arbeitgebern, Lehrern.

Auch Sie sollten Fragen stellen!
Ein Vorstellungsgespräch hat nicht nur den Zweck sich selbst dem Unternehmen vorzustellen – nein auch Ihnen soll es bei der Entscheidungsfindung behilflich sein. Mit klugen Fragen lassen sich Punkte sammeln. Das zeigt Selbstbewusstsein sowie Interesse am Unternehmen. Informieren Sie sich jedoch nicht als Erstes über Urlaubsanspruch oder Firmenwagen. Erkundigen Sie sich erst nach Unternehmensentwicklung, Strategien im Unternehmen oder nach eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Notieren Sie sich diese Fragen in der Vorbereitung auf das Gespräch um keine Fragen offen zu lassen. Das wirkt nicht vergesslich, sondern professionell.

Interesse für die Stelle bekunden
Natürlich wünscht sich jeder Personalchef, dass die besetzende Stelle für Sie erste Wahl ist und nicht eine Übergangslösung. Nur so lässt sich eine dauerhafte Motivation im Job gewährleisten. Erklären Sie deshalb, warum Sie gerade dieses Unternehmen so interessant finden, warum Sie gerade mit dieser Stelle Ihre beruflichen Ziele umsetzen können.

Teamfähigkeit und Betriebsklima
Häufig werden Bewerber danach gefragt, wie sie mit den Ex-Kollegen und Vorgesetzten zurechtkamen. Kommen Sie hier bloss nicht auf die Idee zu erzählen, dass Sie lieber allein arbeiten sowie Freunde und Kollegen für Sie zwei paar Schuhe sind. Dann wird man Ihnen mangelnde Teamfähigkeit zuschreiben und dies ist eine Eigenschaft welche heutzutage überhaupt nicht gefragt ist. Nennen Sie stattdessen sowohl positive als auch negative Aspekte Ihres früheren Arbeitgebers. Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten sind zum Beispiel ein guter Grund die Arbeitstellen zu wechseln. Die netten Kollegen hingegen bleiben Ihnen in sehr guter Erinnerung.

Dreiste und unerlaubte Fragen
Wer kennt sie nicht, die Geschichten vom Personalchef der einen mit dreisten oder unerlaubten Fragen wie „Sind sie noch Jungfrau“ probiert aus der Ruhe zu bringen. Generell wenden diese Methode nur noch sehr wenige Personalchefs an. Doch wie reagieren wenn doch? Versuchen Sie schlagfertig zu antworten: „Nein mein Sternzeichen ist Stier“ oder überlegen Sie sich besser ob Sie in einem solchen Kaspertheater Ihre berufliche Zukunft sehen.

Wie geht’s weiter
Zum Ende des Gesprächs sollte geklärt werden, wer sich wann beim anderen meldet. Folgt dem Vorstellungsgespräch letztendlich eine Absage – lernen Sie aus der gemachten Erfahrung und versuchen Sie beim nächsten mal noch überzeugender zu wirken.

Zulässige / Unzulässige Fragen

Zulässige Fragen

  • Fragen zu den persönlichen Verhältnissen, wie zum Beispiel: Wo wohnen Sie, wie alt sind Sie, wie viele Kinder haben Sie …
  • Üben Sie weitere Beschäftigungen aus?
  • Alle Fragen zu den beruflichen Fähigkeiten, Kenntnissen, Erfahrungen, nach dem beruflichen Werdegang sowie nach Zeugnis- und Prüfungsnoten.
  • Fragen nach früheren Erkrankungen sind nur zulässig, soweit der Arbeitgeber für die Arbeit, den Betrieb und die übrigen Mitarbeiter ein berechtigtes Interesse sieht.
  • Fragen nach bestehenden Krankheiten, soweit ein enger Zusammenhang mit der einzugehenden Arbeit besteht.
  • Steht eine medizinische Operation bevor?
  • Müssen Sie noch Militärdiensttage leisten?
  • Haben Sie Vorstrafen? (Nur, wenn dies für die angestrebte Tätigkeit wichtig ist)
  • Besteht ein Konkurrenzverbot aus der jetzigen/einer früheren Tätigkeit?

Unzulässige Fragen

  • Gehören Sie einer Religion/Partei/Gewerkschaft an?
  • Werden Sie demnächst heiraten?
  • Sind Sie schwanger?
  • Haben Sie Vorstrafen? (Nur wenn es für die angestrebte Tätigkeit nicht wichtig ist)
  • Läuft gegen Sie ein Ermittlungsverfahren?
  • Alle Fragen zum persönlichen Vermögen (außer wenn es um eine Arbeit mit Umgang mit Geld geht)
  • Wieviel haben Sie zuletzt verdient?