Viele Regeln, die beim Schreiben von Speisekarten gelten, gelten natürlich auch für Menükarten. Hier sind sie etwas zusammengefasst, es können in den einzelnen Bereichen Wiederholungen vorkommen.

Aus der Speisekarte kann beziehungsweise sollte ein Gast folgende Rückschlüsse auf das Restaurant ziehen können:

  • Exklusivität
  • Qualität
  • Niveau
  • Preise

Speisekartenregeln:

  • Textanordnung: Fleisch, Garnitur und / oder besondere Zubereitung, Sosse, Pilze, Gemüse, Beilagen, Salat, Kompott
  • Garniturbezeichnungen müssen deutlich erklärt sein
  • Fantasienamen mit Anführungszeichen, auf jeden Fall mit Erläuterung
  • eingedeutschte Wörter aus der französischen Sprache ohne Akzente
  • Wortkombinationen von mehr als 2 Wörtern mit Bindestrichen (zur besseren Lesbarkeit)
  • keine gastronomischen Fachausdrücke verwenden (versteht kein Gast)
  • keine Übertreibungen
  • Länderherkünfte kleinschreiben, geografische Namen mit der Endung “-er” groß schreiben
  • bei Herkunftsbezeichnungen nur Originalware schreiben (Nürnberger Würstchen), sonst “auf … Art” oder nach “nach … Art” schreiben (Rostbratwürste Nürnberger Art)
  • Angaben müssen der Wahrheit entsprechen
  • sauber, ordentlich, übersichtlich – dem Betrieb angepasst
  • keine Rechtschreibfehler: orthografisch und stilistisch einwandfrei
  • keine Abkürzungen
  • Angaben nach dem Lebensmittelrecht beachten (Zusatz- und Konservierungsstoffe, Aroma- und Farbstoffe), Kenntlichmachung durch Fussnoten
  • Preise inklusive Mehrwertsteuer ausweisen

Menükartenregeln:

  • keine Wiederholungen:

1. in der Rohstoffauswahl
2. in der Zubereitungsart
3. in der Farbe

  • keine Fachausdrücke
  • nur deutsche Bezeichnungen, keine sprachliche Vermischungen
  • keine Anführungszeichen (ausser bei eigenen Erfindungen / Fantasienamen)
  • klassische Bezeichnungen erklären
  • Reihenfolge (Hauptbestandteile (eventuell mit Garnitur) -> Sosse -> Gemüse -> Sättigungsbeilage -> Salat)
  • in Sinneinheiten schreiben (zum Beispiel: “gebratene Entenbrust mit …” oder auch “Entenbrust, gebraten, mit …”)
  • Bindestriche sind erlaubt (“Karotten- und Erbsengemüse”)
  • Verbindungswörter benutzen: auf, nach, in, mit, … (nicht à la!) – möglichst wenig Wiederholungen
  • Ernährungsgrundsatz beachten:

1. weniger Fett und Kohlenhydrate
2. mehr Vitamine, Eiweiss, Mineralstoffe
= ausgewogen, dem Energiebedarf angepasst

  • Jahreszeiten beachten (zum Beispiel: Spargel, Kürbis, Gans, Pilze, Erdbeeren, Rhabarber,…)
  • keine Übertreibungen (Mastpoularde, Edellachs -> “doppeltgemoppelt”)
  • Aufbau:

1. kalte Vorspeise
2. Suppe
3. warme Vorspeise
4. Fischgericht
5. grosses Fleischgericht
6. warmes Zwischengericht
7. kaltes Zwischengericht
8. gefrorenes Getränk (Sorbet / Granité)
9. Braten (Salat, Kompott)
10. Gemüsegericht
11. warme Süßspeise
12. kalte Süssspeise (Eis)
13. Käsegericht
14. Nachtisch
15. Mokka

  • wenn zur Süßspeise Sekt serviert wird, kann der Käsegang vor die Süßspeise, um Wein-Sekt-Wein zu vermeiden

Menüs am Mittag enthalten meist 3 bis 4 Gänge und sind vom Mise en place her vorbereitet, um einen schnellen Service zu gewährleisten (Zeitersparnis).
Menüs am Abend sind in der Regel exklusiver und werden auf Reservierung zubereitet, zu einem besonderen Anlass, wenn die Gäste viel Zeit haben.