Marko Gärtner

"Eine gute Küche ist das Fundament allen Glücks." Auguste Escoffier

Ein kleiner Denkanstoss für alle, die in der Gastronomie arbeiten!

Sie kennen mich… Ich beklage mich nie. Wenn mir niemand bei meiner Ankunft mit meinem Gepäck behilflich ist und auch kein Gepäckwagen im Hotel zur Verfügung steht, sage ich kein Wort. Am Empfang warte ich geduldig, auch wenn ich wie am Postschalter abgefertigt und mit „Computerblick eingecheckt“ werde, bleibe (ich) höflich und zuvorkommend. Die „Begrüßungsfrage“: „Wie wollen Sie bezahlen?“ ist wohl in dieser Branche üblich, also akzeptiere ich sie. Wenn die Kellner im Restaurant ja so viele andere Tische bedienen müssen und mich glatt übersehen, nehme ich auf meine Mitmenschen Rücksicht. Nie beschwere ich mich. Auch wenn nach langer Wartezeit das teure Essen lauwarm, lieblos angerichtet und eher hergeschleppt als serviert wird, bleibe ich ruhig und zeige Verständnis für die Probleme in der Gastronomie. Überall im Hotel werde ich als „Nummer“ behandelt und fühle mich unwichtig, ersetzbar – ja für viele Mitarbeiter nahezu lästig. Nie kritisiere ich. Es würde mir nicht im Traum einfallen, wie andere Leute in der Öffentlichkeit eine Szene zu machen. Das ist ja so albern. Ich bin ein netter Gast! Ich will Ihnen aber auch sagen, was ich noch bin. Ich bin der Gast, der nie wieder zurück kommt. Das ist meine kleine Rache dafür, dass man mich kaum beachtet. Gewiss, auf diese Weise kann ich meinem Ärger nicht gleich Luft machen, aber auf lange Sicht ist das eine viel tödlichere Rache. „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“, sagt man. Ich lache, wenn ich sehe, wie Sie wie verrückte Geld für Werbung ausgeben, um mich zurück zu holen. Dabei hätten Sie mich doch von Anfang an mit ein paar netten Worten und einem freundlichen Lächeln behalten können!

2 Kommentare

  1. Breckes

    Treffender kann man es nicht (be-)schreiben!

  2. Jacob

    Hallo Marko,

    wie sagt man so schön, aus 10 unzufriedenen Gäste beschwert sich nur einer…
    Von daher soll jeder Gastronom schon im Vorfeld gute Arbeit leisten , denn Beschwerden sind nicht das letze Richtwert für die schlechte Arbeit…..

    Gruß Jacob

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