Aus gegebenem Anlass habe ich folgendes Merkblatt und ein paar Informationen zusammen gesucht:

Merkblatt: Infektionen mit EHEC-Bakterien

 

Was ist eigentlich EHEC?

EHEC bezeichnet einen Darmkeim, der normalerweise bei Tieren vorkommt. Er ist eine Sonderform der wichtigen Kolibakterien, die auch im menschlichen Darm vorkommen. Das Enterohämorrhagische Escherichia Coli-Bakterium (EHEC) setzt jedoch gefährliche Giftstoffe frei, die beim Menschen lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können. Der Erreger kann sich zunächst zum Beispiel durch blutigen und wässrigen Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen bemerkbar machen. Zudem sind bei schweren Verläufen auch Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden möglich. Auch wenn die Krankheit überstanden ist, können Schäden – etwa an den Nieren – zurückbleiben.

Wie steckt man sich an?

Da sich der Erreger vor allem im Kot von Nutztieren findet, ist direkter Kontakt mit den Tieren ein Übertragungsweg. Aber auch verunreinigte Lebensmittel, die Kot-Partikel enthalten, können Ursache sein. Wird solches Obst und Gemüse ungewaschen gegessen, kann das die Krankheit auslösen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist über Schmierinfektionen möglich.

Was ist bei den aktuellen Fällen die Infektionsquelle?

Wissenschaftler haben das EHEC-Bakterium an vier Salatgurken gefunden. Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten ist die Herkunft vorerst noch unklar.

Was ist HUS?

HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom, einen besonders schweren Verlauf der EHEC-Erkrankungen. Dabei kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen. Das kann lebensbedrohlich sein.

Was muss ich tun, wenn ich betroffen bin?

Zunächst sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Er wird dann die weiteren Maßnahmen anordnen und über eine eventuell notwendige Einweisung in die Klinik entscheiden. Üblicherweise sollen EHEC-Erkrankte mit starkem Durchfall viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Gute Hygiene ist ein Muss, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Mit dem Bakterium infizierte Patienten sollten keine Antibiotika nehmen. Diese könnten die Situation noch verschlimmern, erklärte ein Arzt des Berliner Krankenhauses Charité. Dadurch können vermehrt Gifte aus den Bakterien freigesetzt werden.

Wie kann ich mich vor EHEC-Bakterien – und vor anderen Keimen – schützen?

Verbraucher können das Risiko einer EHEC-Infektion minimieren, indem sie Lebensmittel vor dem Verzehr mindestens zehn Minuten lang auf 70 °C erhitzen. Eine Impfung gegen den Keim gibt es nicht. Folgende Hygiene-Maßnahmen sollte man ohnehin immer beachten, um sich vor Keimen zu schützen:

  • HÄNDEWASCHEN: Vor dem Zubereiten von Speisen sollte man sich auf jeden Fall mit Wasser und Seife gründlich die Hände waschen und abtrocknen. Aber nicht nur dann: „Nachdem man rohes Fleisch angefasst hat und auch nach Kontakt mit rohem Ei oder Eierschalen sollte man sich die Hände mit heißem Wasser waschen“, rät Klaus Lorenz vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin. Das Wasser sollte aber nicht so warm sein, dass man sich daran verletzen kann. Gleiches gilt für Koch-Utensilien, die ebenso gründlich gereinigt werden sollten, ehe sie mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen, die danach – wie Salat – nicht noch erhitzt werden.
  • WISCHTÜCHER UND SCHWÄMME: Im Grunde sind Schwämme und Wischtücher dazu gedacht, Schmutz und Keime zu entfernen. Allerdings bieten sie, vor allem wenn sie feucht sind und nach dem Gebrauch zusammengefaltet in die Spüle gelegt werden, beste Bedingungen zur Vermehrung von Erregern. „Wenn täglich gekocht wird und rohe Lebensmittel verwendet werden, empfehle ich, Lappen und Trockentücher täglich zu wechseln“, sagt Heidi Wichmann-Schauer vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. „Einfaches Ausspülen unter heißem Wasser und mit Spülmittel reicht da nicht.“
    Stattdessen sollten Lappen und Trockentücher in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad und Bürsten in der Spülmaschine mitgewaschen werden. „Schwämme sehe ich generell kritisch“, fügt die Expertin hinzu. „Die sind feucht und schwer zu trocknen.“ Wer dennoch nicht auf Schwämme verzichten will, kann Schwämme ohne Metallauflage regelmäßig leicht angefeuchtet für zwei Minuten bei etwa 600 Watt in die Mikrowelle legen, um Keime abzutöten. Um etwa Auftauwasser oder daneben getropftes Eiweiß wegzuwischen, empfiehlt sie Küchenpapier.
  • SCHNEIDEBRETTER: Arbeitsflächen, die mit rohem Fleisch in Berührung gekommen sind, sollten sofort gründlich gereinigt werden, um eine Ausbreitung von Keimen zu verhindern. „Noch besser ist es, bei der Verwendung von rohen tierischen Erzeugnissen wie Eiern, Fisch oder Fleisch gleich andere Schneidebretter, Schälchen und Messer als bei der Zubereitung von Gemüse und Salat zu benutzen“, rät Lorenz, BVL-Referatsleiter für Lebensmittel tierischen Ursprungs und Lebensmittelhygiene.
    Dabei kann es hilfreich sein, sich verschiedenfarbige Schneidebretter für die unterschiedlichen Nahrungsmittel anzuschaffen. „Im Profibereich in Restaurants wird auch solch eine Farbcodierung für Schneidebretter verwendet. Dort steht rot beispielsweise für rohes Fleisch“, sagt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt. „Welche Farben welchen Lebensmitteln zugeordnet werden, kann im Privathaushalt jeder aber für sich selbst entscheiden.“
    Sind Bretter aus Holz oder aus Kunststoff besser? Daran scheiden sich laut Glassl die Geister. „Manche sagen, Holz hätte einen antimikrobiellen Effekt“, erklärt der IKW-Referatsleiter. „Andere wiederum behaupten, dass die Furchen im Holz ideale Bedingungen für Bakterien bieten.“ Kunststoff habe jedoch auf jeden Fall den Vorteil, dass die Bretter sich besser für Spülmaschinen eignen als Holzbretter.
  • KÜHLSCHRANK: Der Kühlschrank sollte nicht nur regelmäßig alle paar Wochen gereinigt werden. „Die Lebensmittel sollten darin auch entsprechend ihrer Temperaturanforderungen eingeräumt werden“, erklärt Wichmann-Schauer. „Unten und ganz hinten sind die kältesten Orte im Kühlschrank.“ Dort sollten frische und leicht verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch, Fisch oder Aufschnitt aufbewahrt werden. Dabei sollte der Kühlschrank nicht zu voll sein, damit die Kühlung richtig funktioniert. Außerdem sei es sinnvoll, mit einem Thermometer die Temperatur nachzumessen, die idealerweise zwischen 3 und 5 °C liegen sollte.

Quelle: Apotheken – Umschau

 

EHEC-Infektion

Infektion mit enterohämorrhagischen Escherichia-coli-Bakterien. Diese seit 1977 bekannte Pathovarietät der Kolibakterien kommen vor allem bei Rindern vor und sind durch Aufnahme neuer Merkmale in ihr Erbgut für den Menschen pathogen geworden. Infektionen mit EHEC‐Bakterien besitzen aufgrund des Schweregrads der Erkrankung und der sehr geringen Keimzahl (10–100 Erreger), die zur akuten Infektion führt, eine hohe Bedeutung. Nach einer kurzen Inkubationszeit (1–3 Tage) entsteht eine Dickdarmentzündung mit Durchfällen, Bauchkrämpfen und Erbrechen. Bei ca. 20 % der Fälle verschlimmert sich das Krankheitsbild hin zu blutigen Durchfällen (hämorrhagische Kolitis); hiervon entwickeln etwa 5–10 % der Patienten eine Purpura (insbesondere Erwachsene) bzw. das lebensbedrohliche hämolytisch‐urämische Syndrom (insbesondere Kinder unter 6 Jahren). EHEC-Bakterien werden über kontaminierte Nahrungsmittel oder direkt von Mensch zu Mensch bzw. Tier zu Mensch übertragen. Die Krankheit ist meldepflichtig.

 

Wichtiger Hinweis:


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Quelle: Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

 

Bürger können sich über das Robert Koch – Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das Verbraucherministerium sowie die Hotline des Gesundheitsministeriums  ( 01805 – 99 66 01 ) informieren.